Zwischen Übergangslösung und langfristigem Wohnmodell

In den vergangenen 20 Jahren ist die Abhängigkeit von auswärtigen Arbeitskräften deutlich gestiegen, während jährlich rund 1.500 meist gut ausgebildete Südtiroler das Land verlassen. Hauptursache bleibt der angespannte Wohnungsmarkt. Um gegenzusteuern, hat das Land die rechtlichen Hürden für Mitarbeiterunterkünfte in Gewerbegebieten gesenkt. Diese sind jedoch nur als temporäre Lösung gedacht und auf maximal zwölf Monate begrenzt.
Kritik kommt vor allem von Arbeitnehmerseite: Da Unterkunft und Arbeitsvertrag gekoppelt sind, führt ein Jobverlust gleichzeitig zum Verlust des Wohnraums – ein Umstand, der Abhängigkeiten verstärken kann.
Auch Arbeitgeber sehen die Maßnahme nur als kurzfristige Hilfe. Zwar könnten offene Stellen teilweise so besetzt werden, eine nachhaltige Lösung sei dies jedoch nicht. Stattdessen fordern sie gemeinsam mit der Politik neue Ansätze, etwa durch die Nutzung ungenutzter Flächen oder stärkere Unterstützung bei der Wohnungssuche.
Als vielversprechender Weg gilt der gemeinnützige Wohnbau. Kooperationen zwischen Unternehmen könnten dazu beitragen, langfristig leistbaren Wohnraum zu schaffen. Initiativen wie „Temporary Home“, bei der leerstehende Wohnungen aktiviert und an Betriebe vermittelt werden, zeigen bereits erste Erfolge.
Einigkeit herrschte am Ende der Diskussion darüber, dass temporäre Unterkünfte zwar kurzfristig Entlastung bringen, langfristig jedoch umfassendere Modelle notwendig sind, um sowohl den Bedürfnissen der Unternehmen als auch jenen der Beschäftigten gerecht zu werden.






