von ih 28.02.2026 17:45 Uhr

Letztes Geleit für Freiheitskämpfer Siegfried Steger

Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung ist am Samstag der Freiheitskämpfer Siegfried Steger zu Grabe getragen worden. Mehr als 1.000 Schützen begleiteten ihn auf seinem letzten Weg.

Foto: Südtiroler Schützenbund/Richard Andergassen

Langer Trauerzug zum Friedhof

Nach dem Rosenkranzgebet in der Kirche zur heiligen Katharina und zum heiligen Florian in Mühlen setzte sich der lange Trauerzug in Richtung der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Sand in Taufers in Bewegung. Angeführt wurde dieser von Bezirksmajor Thomas Innerhofer.

Den feierlichen Trauergottesdienst zelebrierte Dekan Franz-Josef Campidell. Musikalisch wurde die Feier vom Kirchenchor sowie der Musikkapelle Mühlen würdig gestaltet.

  • Foto: Südtiroler Schützenbund/Richard Andergassen

Erinnerung an Stegers Wirken

Am Friedhof spielte die Musikkapelle Mühlen einen Trauermarsch. Im Anschluss hielt Harald Laner die Grabrede, in der er das Leben und Wirken des Verstorbenen würdigte. Darin erinnerte er an Steger als einen Mann, der sich gemeinsam mit anderen Tirolern gegen die als ungerecht empfundene Situation in Südtirol nach dem Zweiten Weltkrieg zur Wehr gesetzt habe. Die Entscheidung zum bewaffneten Widerstand sei, so Laner, nicht aus Leichtsinn, sondern aus Verantwortung gegenüber Heimat und Volk getroffen worden.

Laner ging in seiner Rede auch auf die jahrzehntelange Trennung Stegers von seiner Heimat ein. Nach seiner Verurteilung zu lebenslanger Haft habe dieser Südtirol nicht mehr betreten können. Erst nach über 60 Jahren sei ihm nun die Rückkehr in die Heimaterde möglich gewesen. Die lange Zeit im Exil habe Steger selbst als große seelische Belastung beschrieben.

Zugleich betonte Laner die Bedeutung der Freiheitskämpfer der 1960er-Jahre für die heutige Autonomie Südtirols. Auch wenn das Ziel der Selbstbestimmung und Wiedervereinigung Tirols nicht erreicht worden sei, seien deren Opfer nicht vergeblich gewesen.

In seinen weiteren Ausführungen stellte Laner Fragen nach dem heutigen Umgang mit Heimat, Kultur und Glauben und rief dazu auf, diese Werte zu bewahren. Steger sei auch in seinem persönlichen Glaubensleben zuletzt ein Vorbild gewesen und habe sich kurz vor seinem Tod, am 21. Februar, im Beisein der Sakramente auf den Weg zu seinem Schöpfer gemacht.

  • Foto: Südtiroler Schützenbund/Richard Andergassen

Tiroler Landeshymne wurde angestimmt

Zum Abschluss erwiesen die Schützen dem Verstorbenen mit einer Ehrensalve die letzte Ehre. Die Musikkapelle spielte „Der gute Kamerad“, ehe die Anwesenden spontan die Tiroler Landeshymne anstimmten.

Mit dem Läuten der großen Glocke von Taufers endete die Trauerfeier – als letzter Gruß der Pfarrgemeinde an den Verstorbenen.

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