von lif 26.02.2026 14:24 Uhr

Umweltverbände gegen Almstraße im Naturpark

Drei Südtiroler Verbände appellieren an die Landesregierung, eine geplante Zufahrtsstraße zur Eppacher- und Tristenalm in Rein in Taufers abzulehnen. Die zuständige Kommission hat bereits zum zweiten Mal ein negatives Gutachten abgegeben.

Symbolbild von kordula vahle auf Pixabay

Die Landesregierung muss demnächst über das Projekt entscheiden. Der Alpenverein Südtirol, Dachverband für Natur- und Umweltschutz und Heimatpflegeverband haben die Regierungsmitglieder bereits schriftlich aufgefordert, das negative Gutachten der Dienststellenkonferenz zu respektieren.

Massive Eingriffe in Naturpark nötig

Die beiden Almen liegen im Naturpark Rieserferner-Ahrn und im Natura 2000-Gebiet. Das Projekt sieht einen zwei Kilometer langen Zufahrtsweg mit einer Steigung von bis zu 28 Prozent vor. „Das ist nur durch einen hohen technischen Aufwand und massive Eingriffe in die naturbelassene Landschaft machbar“, erklärt AVS-Präsident, Georg Simeoni. Für den Wegebau wären Felssprengungen erforderlich. Zudem müssten hohe Stützmauern und eine Brücke über eine kleine Schlucht errichtet werden. Der Weg würde den plattenbelegten Wanderweg zur Kasseler Hütte kreuzen.

Das Projekt werde bereits seit 15 Jahren in verschiedenen Varianten diskutiert. Die zuständige Kommission hat nun bereits zum zweiten Mal negativ entschieden. Die Verbände warnen vor hohen Kosten und das, nicht nur beim Bau, sondern auch bei der Instandhaltung. „Auch eine Zufahrtsstraße wird die längerfristige Almbewirtschaftung nicht sicherstellen, wie andere Beispiele zeigen“, betont Claudia Plaikner, Obfrau des Heimatpflegeverbandes.

„Aus Naturschutzsicht ein No-Go“

Elisabeth Ladinser, Vorsitzende des Dachverbands für Natur- und Umweltschutz, wird deutlich: „Aus Sicht des Naturschutzes ist diese Almerschließung ein No-Go. Die vernünftige Erschließung unserer Bergwelt ist längst abgeschlossen. Uns ist kein anderes Land bekannt, wo beinahe jede Alm mit einer aus Steuermitteln gebauten Straße erschlossen ist.“ Jeder Straßenbau vernichte gewachsenen Boden und sei ein Störfaktor für wildlebende Tiere und Pflanzen. Die Verbände erwarten eine ablehnende Beschlussfassung der Landesregierung – im Sinne einer kohärenten Naturschutzpolitik.

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