von mmh 26.02.2026 07:13 Uhr

Streit um Flüchtlingsverteilung in Terlan: „Gemeinden sind keine Wohnungsmakler“

Auch in Terlan sorgt die geplante stärkere Verteilung von Flüchtlingsfamilien auf die Gemeinden für politischen Zündstoff. Die Bürgerliste Terlan-Vilpian-Siebeneich übt deutliche Kritik an den Plänen des Landes und spricht von einer realitätsfernen Forderung – insbesondere mit Blick auf die angespannte Wohnsituation vor Ort.

APA/Themenbild Asyl

Ausgangspunkt der Debatte war die Gemeinderatssitzung vom 24. Februar. Dort thematisierte Bürgermeister Hans Zelger die Herausforderungen, die das Land den mehr als 90 Südtiroler Gemeinden mit der Forderung nach zusätzlichem Wohnraum für Flüchtlinge auferlegt. Für die Bürgerliste ist die Sache klar: Bürgermeister und Gemeindeverwaltungen dürften nicht als Wohnungsmakler zweckentfremdet werden.

„Wohnraum ist ohnehin knapp und teuer“

Terlan zählt laut der Bürgerliste bereits zu jenen 21 Gemeinden Südtirols, die am stärksten von Wohnungsnot betroffen sind. Wohnraum sei knapp und teuer. In dieser Situation zusätzlich Wohnungen für Flüchtlingsfamilien finden zu sollen, sei nahezu unmöglich, heißt es in der Stellungnahme.

Es sei der Bevölkerung nicht vermittelbar, warum für Flüchtlinge ein „Full-Service-Angebot“ bereitgestellt werden solle, während die hiesige, steuerzahlende Bevölkerung bei der Suche nach leistbarem Wohnraum auf sich allein gestellt bleibe.

Kritik am Land und Zweifel an Integration

Die Bürgerliste sieht die Hauptzuständigkeit bei der zuständigen Landesrätin Rosmarie Pamer und nicht in den Rathäusern. Die Gemeinden könnten zwar bei der Informationsweitergabe unterstützen, der Druck des Landes auf die Gemeinden sei jedoch nicht durchdacht. Dieser schüre großen Unmut in der Bevölkerung und mache die Gemeindeverwaltung zur Zielscheibe gerechtfertigter Kritik.

Auch das Argument, eine flächendeckende Verteilung fördere die Integration, wird skeptisch beurteilt. In Terlan lebten derzeit 310 Nicht-EU-Bürger sowie 199 Bürger aus anderen EU-Ländern, was etwa zehn Prozent der Bevölkerung entspreche. Bereits jetzt sei es eine Herausforderung, die in Terlan lebenden ausländischen Mitbürger aktiv in das Dorfleben einzubinden, heißt es weiter. Wie bei einer weiteren Verteilung eine erfolgreiche Integration gelingen solle, bleibe unklar.

Die Stellungnahme ist unterzeichnet von Florian Mair, Fraktionssprecher der Bürgerliste Terlan-Vilpian-Siebeneich, sowie von Sigmar Stocker und Albert Haberer.

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite