Alle Südtiroler Gemeinden nun offiziell Berggemeinden

Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landesrat Luis Walcher begrüßen die Entscheidung als wichtigen politischen Erfolg. „Dass nun alle 116 Gemeinden Südtirols als Berggemeinden anerkannt sind, werten wir als Ergebnis intensiver Gespräche auf staatlicher Ebene“, erklärte Kompatscher. Auch Walcher betonte die Bedeutung der einheitlichen Regelung: Unterschiedliche Einstufungen hätten in der Praxis zu erheblichen Problemen geführt.
Mit der neuen Klassifizierung sind konkrete Vorteile verbunden. So werden etwa Arbeitgeber bei Sozialabgaben entlastet, wenn sie Nebenerwerbslandwirte in Teilzeit beschäftigen – beispielsweise in Handwerks- oder Industriebetrieben sowie bei Skiliftanlagen. Auch für landwirtschaftliche Betriebe selbst bringt die Regelung Erleichterungen. Zudem ist die Einstufung als Berggebiet Voraussetzung für bestimmte Dienstleistungen, etwa durch den Maschinenring.
In den vergangenen Monaten war die Frage der Einstufung mehrfach Thema auf nationaler Ebene. Ursprünglich sahen Entwürfe vor, einige Gemeinden – insbesondere im Etschtal und im Unterland – nicht als Berggemeinden zu berücksichtigen. Erst durch politische Verhandlungen konnte nun eine einheitliche Lösung erreicht werden.
Grundlage für die Entscheidung ist das sogenannte „Berggesetz“ (Gesetz Nr. 131 vom 12. September 2025), das von Minister Roberto Calderoli initiiert wurde. Ziel des Gesetzes ist es, die Abwanderung aus ländlichen Gebieten zu bremsen und gleichzeitig die wirtschaftliche sowie soziale Entwicklung in Bergregionen zu fördern. Auch der Schutz von Umwelt und Ressourcen sowie die Anpassung an Klima- und demografische Veränderungen spielen eine zentrale Rolle.
Die Einstufung als Berggemeinde ist Voraussetzung für zahlreiche Fördermaßnahmen. Zwar verzichtet Südtirol aufgrund des Mailänder Abkommens auf direkte Mittel aus staatlichen Fonds für Berggebiete, dennoch kann das Land von steuerlichen Begünstigungen profitieren. Diese erfolgen in Form von Steuergutschriften und sollen insbesondere Investitionen vor Ort ankurbeln – etwa bei Unternehmensgründungen durch junge Menschen sowie in der Land- und Forstwirtschaft.
Mit der nun erfolgten vollständigen Einstufung sieht sich Südtirol gut aufgestellt, um diese Instrumente künftig umfassend zu nutzen und die Entwicklung seiner Bergregionen gezielt voranzutreiben.






