von ih 23.02.2026 20:14 Uhr

Post-Chaos bringt Südtirol zur Verzweiflung

Die italienische Post entwickelt sich für immer mehr Südtiroler zu einer echten Zumutung. Lange Wartezeiten, mangelhafter Service und ausschließlich italienischsprachige Mitarbeiter prägen den Alltag in den heimischen Postämtern. Was früher zumindest zur Weihnachtszeit als Ausnahme galt, scheint mittlerweile zum Dauerzustand geworden zu sein: Selbst zu gewöhnlichen Zeiten ist die Überforderung des Systems offensichtlich. UT24 weiß von gleich mehreren unfassbaren Fällen.

Die meisten Südtiroler haben die Hoffnung auf einen funktionierenden Postdienst längst aufgegeben - denn der staatliche Betrieb, an den sie gebunden sind, funktioniert nachweislich nicht.

Das Chaos beginnt, sobald Italien übernimmt

Ein Südtiroler Unternehmer schildert gegenüber UT24 seine unglaublichen Erfahrungen:

„Ich habe vor ein paar Wochen ein Produkt aus China bestellt, das ich dringend für einen Kunden benötige. Innerhalb weniger Tage war die Sendung bereits in Italien – da dachte ich mir noch, das geht ja schnell. Doch dann begann der Horror. Seit mehr als drei Wochen warte ich nun auf die Zustellung, obwohl es sich um eine wichtige Business-Sendung handelt.“

Für den betroffenen Unternehmer unbegreiflich: Obwohl sein chinesisches Paket in unter einer Woche in Italien ankam, kommt es dort seit Wochen nicht vom Fleck. Erst lag die Sendung tagelang in Verona und Bozen herum, dann sollte sie eigentlich nach Meran überstellt werden. Doch dort kam sie angeblich nie an. Wo sich das vermisste Paket im Moment befindet, weiß die italienische Post selbst nicht einmal. „Möglicherweise ging es verloren, möglicherweise kommt es noch“, so die skandalöse Antwort eines Postmitarbeiters auf entsprechende Nachfrage des Betroffenen.

Massive Wartezeiten im Postamt von Meran

Doch der Fall des Unternehmers ist kein Einzelfall – im Gegenteil. Ein Lokalaugenschein am Montagvormittag, dem 23. Februar, im Postamt Meran zeichnet ein klares Bild. Bereits um 10 Uhr ist das Postamt im Zentrum überfüllt. Zahlreiche Bürger warten bis zu zwei Stunden auf einfachste Dienstleistungen. Von sieben vorhandenen Schaltern sind lediglich drei geöffnet – deutlich zu wenig für den Andrang zu Wochenbeginn.

Ein Betroffener berichtet UT24: „Ich bin um 10:20 Uhr gekommen, habe meine Nummer gezogen und bin erst kurz vor Mittag drangekommen. Das ist ein Wahnsinn.“

Ein weiterer Bürger schildert eine ähnliche Erfahrung: „Ich war um 11:10 Uhr im Postamt und habe meine Nummer gezogen. Nach 20 Minuten Warten bin ich kurz etwas essen gegangen. Als ich zurückkam, musste ich trotzdem noch einmal rund 20 Minuten warten, bis ich endlich bedient wurde.“

Immerhin hatte er Glück – er traf auf einen deutschsprachigen Mitarbeiter. Doch auch das ist längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Obwohl den Südtirolern laut Autonomiestatut das Recht auf die Verwendung ihrer deutschen Muttersprache zusteht, wird dieses Recht von der italienischen Post allzu oft ignoriert. Selbst in mehrheitlich deutschsprachigen Gemeinden wie Terlan kommt es vor, dass ausschließlich italienischsprachiges Personal eingesetzt wird – ein Zustand, den viele Südtiroler als skandalös empfinden.

Millionen Euro für Ineffizienz und Missmanagement

Die Konsequenzen dieses anhaltenden Missstands sind deutlich spürbar: Immer mehr Südtiroler verlieren das Vertrauen in den staatlichen Postdienst. Viele weichen bereits ausschließlich auf private Kurierdienste aus – auch wenn diese teurer sind, gelten sie zumindest als zuverlässig.

Für zahlreiche Beobachter ist jedenfalls klar: Es wäre längst an der Zeit, über einen eigenständigen Postdienst für Südtirol nachzudenken – einen Dienst, der zweisprachig funktioniert und effizient arbeitet. Doch vonseiten der Südtiroler Landesregierung fehlt bislang die notwendige Initiative. Stattdessen fließen weiterhin Millionenbeträge in ein italienisches System, das für viele Bürger längst zum Symbol für Ineffizienz und Missmanagement geworden ist.

Wie lange diese Misswirtschaft bei der italienischen Post noch gut gehen wird, bleibt abzuwarten. Denn wäre ein privates Unternehmen nur ansatzweise so schlecht aufgestellt, wäre es wohl längst insolvent.

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