Andreas-Hofer-Feier in Meran: Tirol zeigt Flagge und Selbstbewusstsein

Nach der Aufstellung in der Freiheitsstraße setzte sich der Festzug – begleitet von der Bauernkapelle Völlan – durch die Stadt in Bewegung. Ziel war das Andreas-Hofer-Denkmal im Bahnhofspark, wo die zentrale Gedenkfeier stattfand. Bereits zuvor hatte Landeskommandant Christoph Schmid die Formationen abgeschritten und die Teilnehmer begrüßt.
In seiner Ansprache betonte Schmid die Bedeutung der Tiroler Identität gerade in einer Zeit internationaler Aufmerksamkeit. Anlass war das zeitgleiche Ende der Olympischen Spiele, während derer Tirol verstärkt im Fokus der Weltöffentlichkeit gestanden habe. „Wir haben diese Gelegenheit genutzt, um ein sichtbares und selbstbewusstes Zeichen zu setzen“, erklärte Schmid mit Verweis auf landesweite Aktionen wie Fahnen, Plakate und Schriftzüge.
Zugleich ging er auf kritische Stimmen ein, die die Tiroler Identität Südtirols infrage stellten. Dem setzte er eine klare Botschaft entgegen: „Tirol ist gewachsene Geschichte – und wir sind Teil davon.“ Südtiroler und Tiroler Identität seien untrennbar miteinander verbunden.
Den religiösen Teil der Feier gestaltete Prior P. Philipp Kuschmann OSB mit einem feierlichen Wortgottesdienst. Die musikalische Umrahmung übernahm die Bauernkapelle Völlan.
Die Gedenkrede hielt der österreichische Nationalratsabgeordnete Christofer Ranzmaier. In seiner Ansprache spannte er den Bogen von den Ereignissen des Jahres 1809 bis in die Gegenwart und rief zu einem bewussten Umgang mit Geschichte und Verantwortung auf. Andreas Hofer sei „keine Figur aus Bronze“, sondern eine bleibende Mahnung. Besonders deutlich wurde Ranzmaier in seinen politischen Aussagen: Südtirol dürfe nicht auf Folklore reduziert werden, sondern sei eine gewachsene Heimat mit historischer Tiefe und politischer Bedeutung.
Mit einer Ehrensalve der Schützenkompanie Meran, der Tiroler Landeshymne sowie der Kranzniederlegung fand die Gedenkfeier ihren feierlichen Höhepunkt.
Im Anschluss wurden im Kurhaus Meran verdiente Mitglieder des Schützenwesens ausgezeichnet. Der Südtiroler Schützenbund verlieh Verdienstmedaillen in Bronze und Silber an Persönlichkeiten, die sich über viele Jahre hinweg mit besonderem Engagement für das Tiroler Schützenwesen eingesetzt haben. Die Laudationes hielten die jeweiligen Bezirksmajore.
Die Andreas-Hofer-Landesfeier unterstrich einmal mehr die tiefe Verwurzelung historischer Traditionen in Südtirol – und deren Bedeutung für Gegenwart und Zukunft.






