Andreas-Hofer-Feier in Ehrenburg: „Wir sind Tiroler“

Zu Beginn seiner Ansprache erinnerte Helmut Taber, Bürgermeister von Lana, an die wechselvolle und oft leidvolle Geschichte Tirols. Er spannte den Bogen von den Freiheitskämpfen von 1809 über die beiden Weltkriege bis zu den politischen Auseinandersetzungen der Nachkriegszeit. Immer wieder sei es darum gegangen, Identität, Sprache, Glauben und Tradition zu verteidigen.
Autonomie als Schutz für Minderheit
Taber ging auch auf die Trennung der italienischen und deutschen Institutionen sowie Kindergärten ein. Diese begründete er mit autonomiepolitischen Überlegungen. Autonomie, Wohlstand und die Möglichkeit zur freien Entfaltung stünden im Zusammenhang mit der besonderen Situation als kleine deutschsprachige Minderheit von einigen hunderttausend Menschen in einem Staat mit rund 60 Millionen Einwohnern.
Besonders verwies Taber auf die Freiheitskämpfer der 1960er-Jahre und nannte stellvertretend den kürzlich verstorbenen „Puschtra Bui“ Siegfried Steger. Dieser stehe symbolisch für jene Männer und Frauen, die sich in schwieriger Zeit für die Rechte des Landes eingesetzt hätten. Ihr Einsatz habe wesentlich dazu beigetragen, dass junge Südtiroler heute in ihrer Muttersprache leben und ihre Traditionen bewahren könnten.
Heute brauche es keine Waffen mehr, um Tirol zu verteidigen, betonte Taber. Entscheidend sei die innere Haltung. Es gelte, autonomiepolitische Errungenschaften zu schützen und die deutsche Sprache als Grundlage der eigenen Identität zu festigen. Abschließend rief er dazu auf, Verantwortung für das Land zu übernehmen und im Gedenken an die Opfer vergangener Generationen Freiheit, Einheit und Identität Tirols zu bewahren.
Klare Worte zur Identität
Auch Hauptmann Juri Oberlechner fand deutliche Worte. In seinem Vorwort hielt er fest, dass die hart erkämpfte Autonomie nur eine Absicherung auf Zeit gewesen sei. „Einige unserer Landsleute schwenken heute Fahnen in fremden Farben, davon konnten wir uns kürzlich alle überzeugen. Das sind keine Südtiroler, sondern neue Italiener. Echte Südtiroler bleiben ihrem Volk treu und stehen zu dem, was unser Name und unsere Geschichte ausdrücken: Wir sind Tiroler“, so Oberlechner.
Pater Paul Borek zelebrierte die Heilige Messe. Eine Bläsergruppe der Musikkapelle Kiens und der Ehrenburger Männerchor gestalteten die Feier musikalisch. Die Schützenkompanie Ehrenburg legte einen Kranz nieder und ehrte die Gefallenen mit einer Ehrensalve. Eine Schützenabordnung gedachte am selben Tag auch in St. Sigmund beim Kriegerdenkmal mit einer Kranzniederlegung, das Kiener Kriegerdenkmal wurde mit einem Bukett geschmückt.
Unter den Ehrengästen befanden sich Bürgermeister Markus Mitterhofer, Vizebürgermeisterin Anita Kammerer, Gemeindereferenten und mehrere Gemeinderäte, eine Abordnung der Feuerwehr sowie zahlreiche Vertreter der Dorfbevölkerung.






