Missglückte Herztransplantation: Keine Hoffnung mehr für Bub aus Neapel

Das Kind liegt seit dem 23. Dezember im Krankenhaus Monaldi in Neapel auf der Intensivstation und wird durch Maschinen am Leben gehalten. Die Eltern haben nun gemeinsam mit den Ärzten entschieden, das Kind mit einer schmerzlindernden Therapie bis zum Ende zu begleiten, berichten mehrere Medien. „Es handelt sich nicht um Sterbehilfe, sondern um eine klinische Therapie, die nicht auf Heilung, sondern auf Linderung der Leiden abzielt“, erklärte der Anwalt der Mutter, Francesco Petruzzi, im italienischen Fernsehen.
Der tragische Fall nahm seinen Lauf, als dem schwerkranken Kind ein Spenderherz transplantiert werden sollte. Das Organ wurde aus Bozen nach Neapel transportiert, doch beim Transport wurde es falsch gekühlt und dadurch beschädigt. Das beschädigte Herz wurde dem Kind trotzdem transplantiert.
Ein unabhängiges Ärzteteam kam laut dem Anwalt der Familie zu dem Urteil, dass dem Buben kein neues Herz mehr eingesetzt werden könne. Nach zwei Monaten des Bangens schwindet nun auch die letzte Hoffnung von Mutter Patrizia, ihren „kleinen Kämpfer“ nach Hause zu holen.
Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung
Die Staatsanwaltschaft Neapel ermittelt wegen Verdachts auf schwerste fahrlässige Körperverletzung gegen sechs Personen aus dem Transplantationsteam. Im Fokus der Ermittler steht das Trockeneis, auf dem das Spenderorgan gebettet wurde und das es beschädigt haben soll. Die Ermittler prüfen, woher das Eis stammte, wer es bereitgestellt hat und vor allem, wer die Entscheidung traf, es anstelle von herkömmlichem Eis zu verwenden.






