von ih 20.02.2026 06:31 Uhr

104 Gemeinden setzen auf Südtiroler Lichtpläne

In Südtirol nimmt der Wandel hin zu einer nachhaltigen Beleuchtungspolitik weiter Fahrt auf. Bereits 104 Gemeinden verfügen über einen sogenannten Lichtplan, mit dem sie ihre öffentliche Beleuchtung gezielt steuern. Weitere Gemeinden arbeiten aktuell an entsprechenden Konzepten. Damit wird deutlich: Landesweit wächst das Bewusstsein für energieeffiziente und umweltverträgliche Lichtlösungen.

Foto: LPA/Fabio Brucculeri

Grundlage dieser Entwicklung sind Richtlinien, die die Südtiroler Landesregierung im Jahr 2022 beschlossen hat. Sie sehen unter anderem vor, dass Werbe- und Dekorbeleuchtungen nachts zwischen 23 und 6 Uhr abgeschaltet werden. Zudem müssen neue Leuchten vollständig abgeschirmt sein, und die Farbtemperatur ist auf maximal 3.000 Kelvin begrenzt. Ziel ist es, künstliches Licht nur dort einzusetzen, wo es für Sicherheit und Orientierung tatsächlich benötigt wird – und gleichzeitig Mensch und Natur zu schützen.

Die Landesverwaltung arbeitet derzeit bereits an einer weiterführenden Verordnung, die noch im Laufe des Jahres verabschiedet werden soll. Künftig sollen insbesondere ökologisch sensible Gebiete wie Biotope und Schutzräume stärker berücksichtigt werden. Dort soll künstliche Beleuchtung weiter reduziert und gezielter gesteuert werden, um Pflanzen und Tiere besser zu schützen.

„Licht ist wichtig für die Sicherheit der Menschen, aber es muss sinnvoll und verantwortungsvoll eingesetzt werden“, betont Landesrat für Energie, Natur-, Umwelt- und Klimaschutz Peter Brunner. Die hohe Zahl an Gemeinden mit Lichtplänen zeige, dass Südtirol auf dem richtigen Weg sei. Ziel bleibe es, Klimaschutz, Energieeinsparung und den Schutz der Umwelt mit moderner Technologie zu verbinden.

Dass die Maßnahmen Wirkung zeigen, belegen aktuelle Zahlen: Laut Daten des nationalen Netzbetreibers TERNA ist der Stromverbrauch für öffentliche Beleuchtung in Südtirol seit 2010 um rund 38 Prozent gesunken. Damit leistet das Land einen wichtigen Beitrag zum Klimaplan 2040 und zum Erhalt natürlicher Lebensräume.

Unterstützt werden die Gemeinden vom Amt für Energie und Klimaschutz. Dieses begleitet die Ausarbeitung der Lichtpläne fachlich und überprüft deren Auswirkungen. Neben einem gemeinsam mit der Eurac entwickelten Leitfaden werden jedes Jahr mehrere Gemeinden ausgewählt und vor Ort beraten. Zudem fördert das Land Investitionen in moderne, energiesparende Beleuchtungssysteme.

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