von mmh 18.02.2026 14:48 Uhr

Ladinische Identität stärken: Minderheitensprachen setzen auf digitale Präsenz

In Bozen ist am 18. Februar das grenzüberschreitende Interreg-Projekt DIGI-RLF offiziell gestartet, das die digitale Förderung der drei rätoromanischen Minderheitensprachen – Ladinisch in Südtirol, Bündnerromanisch in Graubünden und Friulanisch im Friaul – vorantreiben soll. Vertreter aller beteiligten Organisationen betonten bei der Auftaktveranstaltung die Bedeutung der Zusammenarbeit und Synergien zwischen den Sprachminderheiten.

Offizielles Gruppenfoto bei der Auftaktveranstaltung des Interreg-Projektes DIGI-RLF am 18. Februar an der Eurac in Bozen (Foto: LPA/Maja Clara)

Digitale Transformation und neue Technologien

Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer Strategie für die digitale Transformation der rätoromanischen Sprachen sowie die Umsetzung konkreter digitaler Lösungen für die Bevölkerung. Dazu sollen Sprachdaten in internationale, standardisierte Datenbanken eingegeben werden. So wird es künftig möglich sein, Benutzeroberflächen von Software in der jeweiligen Minderheitensprache zu nutzen.

Darüber hinaus werden KI-gestützte Modelle für Spracherkennung (Speech-to-Text) für Ladinisch und Romanisch entwickelt. Diese sollen unter anderem die automatische Transkription von Sitzungen ermöglichen und damit Verwaltungsabläufe erleichtern.

„Die Zusammenarbeit aller drei rätoromanischen Sprachen erlaubt uns, Sprachtechnologie gemeinsam zu entwickeln und mehr Dienstleistungen auf Ladinisch anzubieten“, betonte Mathias Stuflesser, Direktor der Landesabteilung Ladinische Bildungs- und Kulturverwaltung, bei der Auftaktveranstaltung.

Ladinische Identität durch digitale Präsenz stärken

André Comploi, Direktor für ladinische Bildung und Kultur, hob die Wichtigkeit der Initiative hervor: „Nur durch die Zusammenarbeit aller maßgeblichen Institutionen können wir nicht nur das Überleben unserer Minderheitensprache sichern, sondern auch die ladinische Identität – besonders bei den jüngeren Generationen – durch eine gelebte digitale Präsenz nachhaltig stärken.“

Auch Alessandro Fraenkel Haeberle vom Landesamt für europäische Integration, Mitglied des Lenkungsausschusses, betonte den Mehrwert der länderübergreifenden Kooperation: „Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Rahmen des Interreg-Programms zeigt, wie wertvoll europäische Kooperationen für Sprachminderheiten sind. Dadurch können innovative Antworten auf gemeinsame Herausforderungen gefunden und erprobt werden.“

Mit DIGI-RLF setzt man damit auf eine moderne, digitale Zukunft für Ladinisch, Bündnerromanisch und Friulanisch – und auf den Erhalt der sprachlichen Vielfalt in der Region.

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