von veo 17.02.2026 08:51 Uhr

Wenn der Uhu am Kletterfelsen brütet

Der Wanderfalke und der Uhu brüten derzeit an Südtirols Felswänden. Mit Informationstafeln und Ruhezonen setzen AVS und Landesamt für Natur auf Rücksicht im Klettersport.

Foto: AVS

Sensibilisierung für Felsbrüter

In Südtirol sitzen derzeit in 25 bis 30 Horsten Wanderfalken auf ihrer Brut, auch Uhus haben zwischen Mitte Februar und Ende April Brutzeit. Laut Schätzungen gibt es im Land rund 35 Uhu-Paare sowie 20 bis 30 Wanderfalken-Paare. Beide Arten sind Felsbrüter und reagieren besonders empfindlich auf Störungen während dieser sensiblen Phase.

Um ein gutes Nebeneinander von Klettersport und Naturschutz zu fördern, sensibilisieren der Alpenverein Südtirol und das Landesamt für Natur mit Informationstafeln in den Klettergärten Burgkofel und Aufhofen. Die Tafeln informieren über die Lebensweise von Uhu und Wanderfalke und appellieren an die Kletterer, insbesondere zwischen dem 10. Februar und dem 30. April auf das Klettern zu verzichten sowie in bestimmten Bereichen keine neuen Routen einzurichten.

Der AVS setzt sich seit Jahren für einen naturverträglichen Bergsport ein. Mit der Kampagne „Freiheit mit Rücksicht“, die ihren Ursprung in der Lenkung von Skitourengehern und Schneeschuhwanderern hat, wird auch im Bereich des Sportkletterns für ein naturbewusstes Verhalten sensibilisiert. Ziel ist es, den Fortbestand streng geschützter Arten wie Uhu und Wanderfalke zu sichern.

„Uhu und Wanderfalke sind streng geschützt und reagieren empfindlich auf Störungen während der Brutzeit bis hin zur Aufgabe der Brut. Aufgrund ihrer niedrigen Fortpflanzungsrate gefährdet jede missglückte Brut ihren Fortbestand“, erklärt Klaus Bliem, Leiter des AVS-Referats für Natur und Umwelt. Auch Giulia Ligazzolo vom Landesamt für Natur betont die Bedeutung des Zeitraums vom 10. Februar bis 30. April, der für den Bruterfolg beider Arten als besonders kritisch gilt.

Ruhezonen in den Klettergärten

Im Klettergarten Burgkofel bei St. Lorenzen wurde eine Ruhezone ausgewiesen. In dessen Umfeld kommen sowohl Uhu als auch Wanderfalke vor, ein Uhu-Paar hat dort sogar einen Brutversuch unternommen. Auch im Klettergarten Aufhofen bei Bruneck wurde eine Ruhezone eingerichtet, in der keine neuen Routen entstehen sollen. Zudem wird auch hier dazu aufgerufen, zwischen dem 10. Februar und dem 30. April auf das Klettern zu verzichten, um eine erfolgreiche Uhu-Brut zu ermöglichen. In dieser Wand kommt zwar kein Wanderfalke vor, der dort brütende Kolkrabe reagiert jedoch ebenfalls empfindlich auf Störungen.

„Unsere Berge und Landschaften sind Lebensraum für seltene Tierarten und zugleich Orte der sportlichen Begegnung. Ein respektvoller Umgang mit der Natur zeigt sich gerade darin, dass wir ihr in sensiblen Phasen Raum lassen. So wird ein gutes Miteinander von Mensch, Sport und Tierwelt möglich“, betont Landesrat Peter Brunner.

Die Informationstafeln tragen die Botschaft: „Du bist in guter Gesellschaft. Lass auch den Tieren Raum und verhalte dich respektvoll.“ Ein konfliktfreies Nebeneinander ist möglich, wenn das Klettern auf jene Bereiche des Felsens beschränkt wird, die von den Vögeln nicht genutzt werden. Durch die Abgrenzung von Ruhezonen bleibt ausreichend Platz für Mensch und Tier.

Mit diesem zeitlich begrenzten Verzicht leisten Kletterer einen wichtigen Beitrag zu einer erfolgreichen Brut. Sollten sie dennoch Uhu oder Wanderfalke in der Wand beobachten, wird um einen Rückzug gebeten, um Störungen zu vermeiden. Jungvögeln sollte man sich weder nähern noch sie berühren, da sie auch außerhalb des Nests weiterhin von den Elterntieren versorgt werden.

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite