von lif 14.02.2026 14:53 Uhr

„Müssen die Chancen am Markt nutzen“

Rund 180 Funktionäre des Südtiroler Bauernbunds (SBB) haben am Samstag in Terlan über die Zukunft der heimischen Landwirtschaft diskutiert. Auf der traditionellen Klausurtagung standen unter anderem die EU-Agrarpolitik, das Großraubwild und die Direktvermarktung im Mittelpunkt.

Die Stimmung auf der SBB-Klausurtagung war sehr gut. Kritik gab es vor allem an der Bürokratie und am Wolfsmanagement. (Bild: SBB)

Eine der größten Weichenstellungen für die kommenden Jahre ist die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für den Zeitraum 2028 bis 2034, berichtet der Südtiroler Bauernbund in einer Aussendung. Landesobmann Daniel Gasser zeigte sich mit den bisherigen Vorschlägen aus Brüssel unzufrieden – insbesondere der geplante Einheitsfonds überzeuge nicht. Dennoch stimmen ihn die jüngsten Signale vorsichtig optimistisch: Es zeichne sich ab, dass die Mittel für die europäischen Landwirtschaftsbetriebe aufgestockt und Berggebiete besonders berücksichtigt werden.

Positiv bewertete Gasser, dass für die Waldbewirtschaftung, die Instandhaltung der durch den Borkenkäfer-Abtransport beschädigten Waldwege sowie für Alpung und Tiergesundheit mehr Geld fließen soll.

Großraubwild: „Ein, zwei Abschüsse reichen nicht“

Ein zentrales Anliegen bleibt der Umgang mit dem Großraubwild. Gasser forderte ein Managementkonzept, das den Namen auch verdient. Mit ein oder zwei Abschüssen werde man sich nicht zufriedengeben. Gemeinsam mit Senator Meinhard Durnwalder werde in Rom weiter Druck gemacht. Auch die Funktionäre machten in der Diskussion deutlich, dass das Thema für die Almwirtschaft existenziell ist.

Pflanzenschutz: Neue Schädlinge durch Klimawandel

Im Obstbau bereiten neue Schädlinge und Krankheiten den Bauern Sorgen. Klimawandel und Welthandel bringen laut Gasser immer mehr invasive Arten nach Südtirol. Um die Ernte und das Einkommen abzusichern, brauche es effiziente Pflanzenschutzmittel.

Direktvermarktung als Chance

Großes Potenzial sieht der SBB in der Direktvermarktung, die 2026 und in den Folgejahren weiter ausgebaut werden soll. Die Direktvermarkter-Akademie und der Berater-Pool zeigen laut Gasser bereits Wirkung: Sowohl die Zahl der Direktvermarkter als auch die Produktvielfalt steigen. Nun gelte es, auch die Nachfrage zu stärken – etwa durch eine engere Zusammenarbeit mit Gastronomie und Handel. Das Ressort Landwirtschaft stelle dafür deutlich mehr Mittel für die Bewerbung bäuerlicher Qualitätsprodukte zur Verfügung.

Nachhaltigkeit und Innovation

Mit der Abteilung Innovation und Energie will der SBB seine Mitgliedsbetriebe betriebswirtschaftlich stärken und neue Wege aufzeigen. Besonders bei erneuerbaren Energien wie Holz, Photovoltaik und künftig Agri-Photovoltaik sieht Gasser viel Potenzial. Moderne Technologien sollen die Landwirtschaft zudem effizienter machen – etwa beim Wassermanagement, der Düngung und der Bodengesundheit.

Höfe sollen in Bauernhand bleiben

Damit möglichst viele Höfe weiter bewirtschaftet werden, wurde das Höfegesetz überarbeitet und die außerfamiliäre Hofübergabe ermöglicht. Die flächendeckende Bewirtschaftung sei für die gesamte Gesellschaft von großer Bedeutung, so Gasser. Dass der Bauernbund insgesamt auf dem richtigen Weg ist, zeigt eine Mitgliederumfrage: 94 Prozent der Mitglieder sind mit dem SBB zufrieden oder sehr zufrieden.

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