Notaufnahme in Bozen verzeichnet starken Anstieg

Wie das LPA berichtet, suchten im Jahresdurchschnitt von 2025 täglich 293 Personen die Notaufnahme des Landeskrankenhauses auf, im Jahr 2020 waren es noch 177. „Wir beobachten eine klare Zunahme der Notfallzugänge, vor allem in Bozen“, sagt Landesrat für Gesundheitsvorsorge und Gesundheit Hubert Messner. Die Entwicklung führt Messner einerseits auf die zunehmende Alterung und damit auch der Fragilität der Bevölkerung zurück. Andererseits würden viele Patienten die Notaufnahme bei geringeren gesundheitlichen Beschwerden aufsuchen, die besser in einer Hausarztpraxis aufgehoben wären. Zudem bestünde das Phänomen, dass ein nicht unerheblicher Teil von Personen die Notaufnahme als direkten Zugang zu fachärztlichen Visiten oder diagnostischen Abklärungen nutzen, um Wartezeiten zu umgehen, meint Messner. „Diese Dynamik erschwert es, akute Notfälle, die wirklich in die Notaufnahme gehören, in angemessener Zeit zu behandeln. Wir arbeiten daran, die Wartezeiten zu reduzieren, doch die stark gestiegenen Zugangszahlen stellen das System vor große Herausforderungen“, erläutert Messner.
75 Prozent der Fälle betreffen Beschwerden ohne Lebensgefahr
Ein Blick auf die Dringlichkeitskodizes zeigt: Im Jahr 2025 entfielen 75 Prozent der in der Notaufnahme Bozen behandelten Fälle auf blaue oder grüne Kodizes und betrafen somit Beschwerden ohne unmittelbare Lebensgefahr. Zur Entlastung der Notaufnahme besteht in Bozen seit Längerem eine eigene Ambulanz, in der Ärztinnen und Ärzte für Allgemeinmedizin diese nicht dringlichen Beschwerden übernehmen. „Wir sehen in Bozen, dass es durch eine dauerhafte, rund um die Uhr verfügbare Basisversorgung möglich ist, die Notaufnahme entscheidend zu entlasten. Genau dieses Konzept wollen wir künftig mit Ambulatorien in den neuen Gemeinschaftshäusern umsetzen und dort eine schnelle Anlaufstelle für dringliche, aber nicht lebensbedrohliche Gesundheitsfragen schaffen“, betont Landesrat Messner. Die ersten Gemeinschaftshäuser gehen laut Landesrat im ersten Halbjahr 2026 in Betrieb.
Personalverstärkung im Visier
Parallel wird an der Verstärkung des Personals in der Notaufnahme Bozen gearbeitet. Derzeit sind dort 18,25 Stellen mit Ärzten, 44,8 Stellen mit Pflegekräften sowie fünf Stellen mit Pflegehelfer besetzt. In den kommenden Monaten werden laut Gesundheitsressort weitere vier Ärzte, zusätzliche Krankenpfleger sowie Pflegehelfer den Dienst aufnehmen, um die Versorgung weiter zu verbessern.






