„Nie wieder“ Faschismus: Gedenkveranstaltung in Wörgl

Ein dunkler Einschnitt in der Geschichte
Der 12. Februar 1934 gilt als einer der dunkelsten Tage der Ersten Republik. Mit Gewalt wurde die Sozialdemokratie verboten, demokratische Rechte wurden zerschlagen. Hunderte Menschen starben, tausende wurden verfolgt, inhaftiert oder ins Exil gezwungen. Auch in Wörgl stellten sich Demokraten dem autoritären Regime entgegen – aus dem Bewusstsein heraus, dass Freiheit, Menschenwürde und politische Mitbestimmung keine Selbstverständlichkeiten sind, sondern erkämpft werden müssen.
Erinnerung als Auftrag für die Gegenwart
„Das Gedenken an den Februar 1934 ist kein ritualisierter Blick zurück, sondern ein klarer Auftrag für die Gegenwart“, betonte Elisabeth Fleischanderl, Vorsitzende des Bundes Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer Tirol und Klubobfrau im Tiroler Landtag. Sie warnte vor dem Wiedererstarken rechtsextremer, autoritärer und demokratiefeindlicher Kräfte und rief dazu auf, Haltung zu zeigen und den antifaschistischen Grundkonsens hochzuhalten.
Dem schloss sich Christian Kovacevic, SPÖ-Landtagsabgeordneter und Wörgler Stadtrat, an: „Der 12. Februar 1934 erinnert daran, wohin politische Spaltung, soziale Ausgrenzung und die Aushöhlung demokratischer Institutionen führen können. Gleichzeitig mahnt er an den Mut jener, die Widerstand leisteten – oft unter Einsatz ihres Lebens.“
„Nie wieder“ als politischer Auftrag
Die Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer riefen dazu auf, das Andenken an die Opfer lebendig zu halten und aktiv gegen Faschismus, Rassismus und Antisemitismus einzutreten. Wolf Grünzweig, stellvertretender Vorsitzender der Organisation in Tirol, betonte: „Erinnerungskultur ist kein Selbstzweck – sie ist die Grundlage für eine wehrhafte Demokratie. ,Nie wieder‘ ist kein historischer Slogan, sondern ein politischer Auftrag – gestern, heute und morgen.“
Die Veranstaltung in Wörgl machte deutlich, dass das Gedenken an die Opfer des 12. Februar 1934 zugleich eine Mahnung an die heutige Gesellschaft ist, Demokratie und soziale Werte kontinuierlich zu verteidigen.






