von mmh 12.02.2026 12:29 Uhr

Mordversuchsermittlungen gegen Verkehrsrowdy

Ein 29-jähriger Deutscher, der sich am Montagabend eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei zwischen Wels und Altlengbach (Bezirk St. Pölten) geliefert hat, sieht sich mit Ermittlungen wegen Mordversuchs konfrontiert. Die Staatsanwaltschaft Wels bestätigte einen entsprechenden Bericht der „Krone“ (Donnerstag-Ausgabe). Er soll in einem Baustellenbereich direkt auf einen Bauarbeiter zugefahren sein und ihn nur knapp verfehlt haben. U-Haft wurde beantragt.

Symbolbild: APA/dpa

Der Mann war mit seinem Pkw gegen 21.15 Uhr auf der Welser Autobahn (A25) unterwegs. Im Bereich Terminal Wels wurde die Autobahn wegen Bodenmarkierungsarbeiten durch eine Polizeistreife komplett gesperrt. Zwei Dienstautos standen jeweils in der Mitte der beiden Fahrstreifen. Der Lenker missachtete jedoch die Straßensperre und fuhr rechts an einem Streifenwagen vorbei. Die Beamten nahmen sofort die Verfolgung auf, aber er ignorierte alle Anhalteversuche.

Mehrfach versucht Streifenwagen zu rammen

Erst in Altlengbach in Niederösterreich konnte der Mann gestoppt und festgenommen werden. Dazwischen lag eine rund 160 Kilometer lange Verfolgungsjagd über die Westautobahn (A1), im Zuge derer er mehrfach versuchte, Streifenwagen zu rammen und von der Fahrbahn abzudrängen. Dazu laufen die Ermittlungen noch, u.a. wegen versuchter schwerer Körperverletzung, Sachbeschädigung, Widerstand gegen die Staatsgewalt, eventuell könnte auch vorsätzliche Gemeingefährdung in Betracht kommen.

Noch viel schwerer wiegt allerdings der Vorwurf, er sei auf der Baustelle direkt auf einen Bauarbeiter zugefahren, dieser habe sich nur durch einen Sprung zur Seite retten können, hieß es bei der Staatsanwaltschaft – laut Zeugenaussage auch nur deshalb, weil er durch das Folgetonhorn der Einsatzkräfte auf den Pkw aufmerksam wurde. Daher laufen auch Ermittlungen wegen versuchten Mordes. Die Staatsanwaltschaft Wels hat Untersuchungshaft beantragt, im Lauf des Donnerstag dürfte darüber entschieden werden.

Ähnlicher Fall im Vorjahr

Erst im November des Vorjahrs war ein Autoraser in Wels wegen Mordversuchs vor Gericht gestanden. Er wurde allerdings von diesem Vorwurf freigesprochen. Der Mann hatte sich Ende Jänner eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert, die mit einem Unfall mit mehreren Verletzten endete. Die Geschworenen sahen damals allerdings „nur“ schwere Körperverletzung, Gefährdung der körperlichen Sicherheit sowie vorsätzliche Gemeingefährdung. Sein Strafmaß wurde vom Oberlandesgericht von zweieinhalb auf drei Jahre angehoben. Der aktuelle Fall ist aus Sicht der Staatsanwaltschaft aber anders gelagert, weil der Lenker direkt auf den Bauarbeiter zugefahren sein soll.

APA

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