SVP: Mehr weibliche Perspektiven in der KI gefordert

Renate Gebhard verweist darauf, dass KI-Systeme zunehmend Einfluss auf gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Entscheidungen nehmen. Umso wichtiger sei es, dass diese Technologien nicht einseitig entwickelt werden. „Es ist widersprüchlich, auf intelligente Systeme zu setzen und gleichzeitig die Talente und Potenziale von Mädchen und Frauen in der Wissenschaft zu übersehen“, betont sie.
Die Debatte rund um KI sei von großen Chancen, aber auch erheblichen Risiken geprägt. Neben Innovationsfragen gehe es dabei immer stärker auch um ethische Verantwortung. Nach Ansicht Gebhards müssten Frauen und Mädchen deshalb gezielt gefördert und stärker in Forschungs-, Programmier- und Entscheidungsprozesse eingebunden werden. KI könne bestehende stereotype Rollenbilder übernehmen und fortschreiben, wenn die Datengrundlagen und Entwicklerteams nicht vielfältig genug seien.
Als Beispiel nennt Gebhard den Bereich der geschlechtersensiblen Medizin. Viele Datensätze und Modelle orientierten sich noch immer überwiegend am männlichen Körper als Standard. Das könne zu Fehlbewertungen führen – etwa bei der Erkennung von Herzinfarkten, deren Symptome bei Frauen oft anders ausfallen als bei Männern. KI-Systeme, die auf unausgewogenen Daten basieren, könnten solche Verzerrungen weitertragen.
Gebhard fordert daher gezielte Maßnahmen zur Stärkung von Mädchen und Frauen in den MINT-Fächern – also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Ziel müsse es sein, sowohl die technologischen Möglichkeiten der KI als auch die Fähigkeiten bislang unterrepräsentierter Talente besser zu nutzen. Nur so könne eine gerechte und zukunftsfähige digitale Entwicklung gelingen.






