von lif 11.02.2026 09:26 Uhr

Südtirol zählt erstmals über 539.000 Einwohner – aber nicht durch Geburten

Das Landesinstitut für Statistik (ASTAT) hat die demografischen Daten für Südtirol im Jahr 2024 veröffentlicht. Die Zahlen zeigen ein Land im Wandel mit wachsender Bevölkerung, sinkenden Geburtenzahlen und immer mehr Einpersonenhaushalten.

Bild: APA/Fohringer

Südtirol zählte am 31. Dezember 2024 insgesamt 539.679 Einwohner, davon 271.629 Frauen. Damit ist die Bevölkerung im Vergleich zum Vorjahr um 2.146 Personen gewachsen. Das Wachstum geht allerdings ausschließlich auf die Zuwanderung zurück.  Die Geburtenbilanz war erstmals ausgeglichen im negativen Bereich. Es starben also fast gleich viele Menschen, wie geboren wurden. Konkret kamen 4.537 Kinder zur Welt, während 4.552 Menschen verstarben.

Immer weniger Geburten

Die Zahl der Lebendgeborenen ist in Südtirol seit Jahren rückläufig. 2024 kamen 4.496 Kinder zur Welt. Das sind so wenige wie nie zuvor in der jüngeren Statistik. Zum Vergleich: 2014 waren es noch 5.268, 2019 noch 5.129 Geburten. Die Geburtenrate sank auf 8,3 Lebendgeborene je tausend Einwohner. Gleichzeitig stieg der Anteil der außerhalb der Ehe geborenen Kinder weiter an und lag 2024 bei 46 Prozent. 2.344 Kinder wurden außerehelich geboren, 2.293 innerhalb einer Ehe.

Die meisten Mütter waren zwischen 30 und 34 Jahre alt. Rund ein Viertel der Mütter war zwischen 25 und 29 Jahre alt, 22,7 Prozent zwischen 35 und 39. Nur 31 Mütter waren jünger als 20, 28 waren 45 Jahre oder älter.

Von den 4.637 Geburten waren 980 auf ausländische Mütter. Für 2.128 Kinder war es das erste Kind der Mutter, für 1.703 das zweite, für 627 das dritte und für 179 das vierte oder weitere Kind.

Bei den Geburten nach Gesundheitsbezirk entfielen 1.517 auf den Bezirk Bozen, 1.498 auf Meran, 887 auf Brixen und 735 auf Bruneck.

Sterbefälle und Todesursachen

Im Jahr 2024 verstarben in Südtirol 4.624 Personen. Die häufigste Todesursache waren Krankheiten des Kreislaufsystems mit 1.442 Todesfällen, gefolgt von Neubildungen (Tumoren) mit 1.186 Fällen. Auf Krankheiten des Atmungssystems entfielen 383 Todesfälle, auf psychische Krankheiten und Verhaltensstörungen 314 und auf Krankheiten des Nervensystems 237. Verletzungen und Vergiftungen waren für 259 Todesfälle verantwortlich. An Covid-19 starben laut ASTAT 27 Personen.

Die meisten Sterbefälle ereigneten sich im Winter, gefolgt vom Herbst, dem Sommer  und dem Frühling. Rund 67,4 Prozent der Menschen starben in einem Krankenhaus oder Pflegeheim, 29,4 Prozent zu Hause und 3,2 Prozent an einem anderen Ort.

Die Lebenserwartung lag 2024 bei 82,9 Jahren für Männer und bei 86,6 Jahren für Frauen.

Heiraten: Mehr standesamtlich als kirchlich

Im Jahr 2024 wurden in Südtirol 2.204 Ehen geschlossen. Drei Viertel der Eheschließungen (75,8 Prozent) fanden standesamtlich statt, nur noch rund ein Viertel kirchlich. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 lag der Anteil der standesamtlichen Trauungen noch bei 48,6 Prozent.

Das Durchschnittsalter bei der ersten Eheschließung lag bei 38,9 Jahren für Männer und bei 36 Jahren für Frauen. Beide Werte sind in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen. Denn 1990 lag das Alter noch bei 29 Jahren für Männer und 26,1 Jahren für Frauen.

Von den 2.204 Eheschließenden waren bei den Bräutigamen 1.891 ledig, 13 verwitwet und 300 geschieden. Bei den Bräuten waren 1.911 ledig, 14 verwitwet und 279 geschieden.

Im selben Zeitraum wurden 565 Ehescheidungen und 591 Ehetrennungen registriert. Die Ehelösungen insgesamt (durch Scheidung und durch Tod) beliefen sich auf 2.330.

Die größten Gemeinden

Die bevölkerungsreichste Gemeinde Südtirols blieb Bozen mit 106.568 Einwohnern. Es folgen Meran mit 41.498, Brixen mit 23.108, Leifers mit 18.658 und Bruneck mit 17.157 Einwohnern.

Die Sprachgruppen

Bei der Volkszählung 2024 gaben 309.000 Personen eine Zugehörigkeit oder Zuordnung zur deutschen Sprachgruppe ab, 121.520 zur italienischen und 19.853 zur ladinischen. Dazu kamen 86.560 Personen in der Kategorie „Andere“. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung machte die deutsche Sprachgruppe 57,5 Prozent aus, die italienische 22,6 Prozent, die ladinische 3,7 Prozent und die Gruppe „Andere“ 16,1 Prozent. Im Vergleich zur Volkszählung 2011 ist der Anteil der Kategorie „Andere“ deutlich gestiegen. Damals lag er bei 10,3 Prozent.

Über 57.000 ausländische Einwohner

Ende 2024 lebten 57.162 Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft in Südtirol. Die größte Gruppe stellten die EU-27-Staatsbürger mit 16.780 Personen, gefolgt von Personen aus Asien, Afrika, Amerika und aus weiteren Staaten.

Immer mehr Single-Haushalte

Die Zahl der Haushalte in Südtirol ist auf 238.747 gestiegen. Die durchschnittliche Haushaltsgröße sank auf 2,2 Personen. Als Vergleich: 1991 lag sie noch bei drei. Fast 40 Prozent aller Haushalte (94.530) sind Einpersonenhaushalte. Dahinter folgen Zweipersonenhaushalte mit 61.833, Dreipersonenhaushalte mit 34.302 und Vierpersonenhaushalte mit 32.723. Haushalte mit sechs oder mehr Mitgliedern machen nur noch 1,7 Prozent aus.

Insgesamt lebten 94.530 Personen und mehr Frauen als Männer allein. Bei den alleinlebenden Frauen war die Gruppe der über 80-Jährigen mit 11.516 Personen die größte Einzelgruppe. Bei den alleinlebenden Männern war hingegen die Altersgruppe der 55- bis 59-Jährigen mit 5.204 am stärksten vertreten.

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