von ih 11.02.2026 12:25 Uhr

„Petri Heil“ für Südtirols neue Fischer

In Südtirol haben im vergangenen Jahr 212 Personen die Fischerprüfung erfolgreich bestanden, darunter 29 Frauen. Rund 80 der neuen Fischer wurden nun im Landhaus 1 in Bozen im Rahmen einer Feier offiziell geehrt. Derzeit verfügen landesweit etwa 9500 Personen über einen gültigen Fischerschein.

Fischerei heißt auch, sich um die Gewässer zu kümmern, hatte der Direktor des Fischereiverbandes Südtirol Alex Festi in seinem Vortrag über das Fischereisystem in Südtirol hervorgehoben, zu sehen ist er im Bildhintergrund rechts während der Übergabe der Urkunden an die neuen Fischer durch Landesrat Luis Walcher (Bildmitte). - Foto: LPA/Maja Clara.

Zu den Geehrten zählt auch die 19-jährige Clara Zingerle aus Olang, die mit ihrem Vater Anton zur Verleihung gekommen war. Die Begeisterung für das Fischen begleitet sie seit ihrer Kindheit: Schon früh war sie regelmäßig mit ihrem Vater am Wasser unterwegs. Besonders schätzt sie die gemeinsame Zeit in der Natur und die Spannung im entscheidenden Moment, wenn ein Fisch anbeißt.

Unterschiedliche Wege führten andere Absolventen zur Fischerei. Der 28-jährige Jakob Egger aus Terlan entdeckte das Hobby ohne familiären Bezug für sich. Als naturverbundener Mensch faszinieren ihn vor allem Gewässer und ihre Ökosysteme. Tommaso Moro (39), wohnhaft in Leifers und ursprünglich aus dem Veneto, sammelte seine ersten Erfahrungen beim Meeresfischen bei Chioggia und möchte künftig verstärkt an Südtirols Flüssen und Seen aktiv sein.

Bei der Feier betonte der zuständige Landesrat die Bedeutung des Engagements der neuen Fischer. Die Fischerei in Südtirol lebe von Menschen, die Fachwissen erwerben, weitergeben und Verantwortung für die Gewässer übernehmen. Genau dieses Verantwortungsbewusstsein sei entscheidend für eine nachhaltige Entwicklung.

Im Zentrum der Südtiroler Fischerei stehen die ökologische Funktionsfähigkeit der Gewässer sowie der Schutz heimischer Fischarten. Insgesamt werden die Fischgewässer von 106 Bewirtschaftern nach dem Prinzip der nachhaltigen Hege und Pflege betreut. Gezielte Maßnahmen in den Lebensräumen sowie eine sachgerechte Bewirtschaftung seien wesentlich für das Überleben ökologisch wichtiger Arten, wurde im Rahmen der Veranstaltung unterstrichen.

Die Fischerprüfung besteht aus einem schriftlichen sowie einem mündlich-praktischen Teil. Geprüft werden unter anderem allgemeine und spezielle Fischkunde, Angeltechniken, gesetzliche Grundlagen, Verhaltensregeln sowie Umwelt- und Lebensraumfragen. Besonderer Wert wird auf eine ethische Haltung gegenüber dem Lebewesen Fisch und auf Umweltbewusstsein gelegt.

Im Jahresdurchschnitt bestehen rund 175 Personen die Prüfung. Seit Einführung der Fischerprüfung Ende der 1970er-Jahre haben insgesamt 17.952 Kandidaten daran teilgenommen. Mit jeder neuen Generation an geprüften Fischern soll der verantwortungsvolle Umgang mit Natur und Gewässern weiter gestärkt werden.

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