Schmerzensschreie im TV: Lindsey Vonn stürzt schwer bei Olympia-Abfahrt

Kontrollverlust schon in der Anfangsphase
Bereits in einer der ersten Kurven verlor Vonn nach einer Bodenwelle die Kontrolle über ihre Ski. Wenig später blieb sie bei einem Sprung am Tor hängen, kam aus dem Gleichgewicht und krachte verdreht auf die Piste. Die Folgen waren sofort sichtbar: Vonn blieb liegen und musste von mehreren Sanitätern versorgt werden. Im TV waren immer wieder ihre Schmerzensschreie zu hören. Schließlich wurde ein Hubschrauber angefordert, der die schwer verletzte Athletin abtransportierte.
Die Zuschauer reagierten mit Applaus und aufmunternden Gesten, auch wenn Vonn selbst nicht mehr zu sehen war. Nach ihrem Abtransport kehrte bedrückende Stille ins Stadion ein. Das Rennen wurde nach dem Unfall für rund zehn Minuten unterbrochen.
Gold-Traum endet im Sturzdrama
Trotz Kreuzbandriss im linken Knie und einer Titan-Teilprothese im rechten Knie wollte Vonn es noch einmal allen beweisen. Erst neun Tage zuvor war sie bei der Weltcup-Abfahrt in Crans-Montana nach einer Bodenwelle gestürzt und in den Fangzaun gekracht. Zwar erreichte sie damals noch aus eigener Kraft den Zielraum, musste anschließend aber ebenfalls per Helikopter ins Krankenhaus gebracht werden.
Nach ihrem viel beachteten Weltcup-Comeback im vergangenen Winter hatte Vonn mit zwei Siegen und mehreren Top-Platzierungen ihre starke Form unter Beweis gestellt. Sie galt deshalb als eine der großen Olympia-Hoffnungen. Auch die beiden Olympia-Trainings absolvierte sie nach dem Kreuzbandriss ohne Probleme – das Knie hielt. Der Glaube an Gold lebte.
Am Tag vor dem Rennen zeigte sich Vonn kämpferisch und selbstbewusst. Auf Instagram schrieb sie, dass sie trotz ihres Alters, des fehlenden Kreuzbandes und ihres Titan-Knies an ihre Chance glaube. Doch dieser Traum zerplatzte nun auf dramatische Weise.
Sportlich rückten die Medaillenentscheidungen fast in den Hintergrund. Silber ging an Emma Aicher, Gold holte Breezy Johnson aus den USA. Bronze sicherte sich die Italienerin Sofia Goggia.






