von mmh 06.02.2026 09:48 Uhr

SVP fordert stabile EU-Fördermittel für Südtiroler Landwirtschaft

Der Südtiroler Landtag hat gestern einstimmig den Begehrensantrag des SVP-Abgeordneten Franz Locher zum Agrarhaushalt der EU für die Periode 2028–2034 angenommen. Locher machte auf die drohende Kürzung der Mittel aufmerksam: Obwohl das Gesamtbudget der EU um über 50 Prozent steigt, sinkt der Betrag für die Landwirtschaft um rund 25 Prozent im Vergleich zu 2021–2027. „Künftig muss mindestens gleich viel Geld zur Verfügung stehen“, betonte Locher.

Der SVP-Landtagsabgeordnete Franz Locher(Foto: Südtiroler Landtag/SVP)

Mit seinem Antrag forderte Locher gemeinsam mit seinen Mitunterzeichnern Waltraud Deeg, Arnold Schuler, Harald Stauder und Josef Noggler das italienische Parlament und die Regierung auf, dafür zu sorgen, dass der ländliche Raum, insbesondere die Berggebiete, auch weiterhin bestmöglich finanziell unterstützt wird. „Berggebiete hatten immer eine marginale Rolle, umso mehr müssen wir die Voraussetzungen für die Landwirtschaft sichern“, erklärte Locher am Rande der Landtagssitzung.

Berggebiete besonders betroffen

Kritisch sieht Locher die geplanten Änderungen bei Direktzahlungen, strengere Umweltauflagen und die mögliche Konzentration der Mittel auf Produkte, die nicht den lokalen Gegebenheiten entsprechen. „Wenn künftig weniger Unterstützung für landwirtschaftliche Produkte bereitsteht, steigen die Kosten, die Produktion wird eingeschränkt. Damit wird Lebensmittelsicherheit zu einem Wunschdenken und die Abhängigkeit von Importen steigt“, warnte Locher.

Ab 2028 sollen die Mitgliedsstaaten die Mittelverteilung selbst steuern, während die EU nur noch Rahmen und Finanzierung vorgibt. Locher befürchtet, dass kleinstrukturierte Betriebe in den Berggebieten besonders darunter leiden werden. Kürzungen bei Ausgleichszulagen oder Zuschüssen treffen auf höhere Produktions- und Erschwerniskosten – das könne im schlimmsten Fall zur Aufgabe vieler Höfe führen.

Mit seinem Antrag will Locher auf den seit 1992 herrschenden Abwärtstrend im EU-Agrarhaushalt aufmerksam machen und die Notwendigkeit einer stabilen Unterstützung für die Südtiroler Landwirtschaft unterstreichen.

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