Solidarität mit Haimbuchner: Scharfe Kritik am DÖW nach Rechtsextremismus-Vorwurf

Nach Ansicht der beiden Abgeordneten offenbart das DÖW mit dieser Einordnung eine eklatante Unkenntnis der Tiroler Zeitgeschichte oder eine bewusste politische Verfälschung. Die Teilnahme an einer historischen Dokumentation über den Südtiroler Freiheitskampf könne keinesfalls als rechtsextremes Verdachtsmoment gewertet werden. Vielmehr sei das Vorgehen des DÖW ein offener Affront gegenüber ganz Tirol.
Freiheitskampf im historischen Kontext
Luis Amplatz gilt als eine zentrale Figur des Südtiroler Freiheitskampfes der 1950er- und 1960er-Jahre. Dieser richtete sich gegen die systematische Unterdrückung der deutsch- und ladinischsprachigen Bevölkerung Südtirols durch den italienischen Staat und stand im Einklang mit dem international anerkannten Recht der Völker auf Selbstbestimmung. Amplatz wurde 1964 durch einen von italienischen Geheimdiensten gesteuerten Auftragsmord getötet – ein historisch gut dokumentierter Vorgang.
Auch die im Film thematisierten Aktionen, darunter Anschläge auf faschistische Symbole und Denkmäler aus der Mussolini-Zeit wie das Reiterstandbild in Waidbruck, seien nur vor dem Hintergrund der damaligen Entrechtungspolitik zu verstehen. Wer die Zerstörung von Symbolen eines totalitären Regimes heute als rechtsextrem bezeichne, relativiere laut Knoll und Kofler den Faschismus selbst und verabschiede sich von einer seriösen historischen Analyse.
Kritik an pauschaler Diffamierung
Besonders unverständlich sei laut den Kritikern, dass im Dokumentarfilm auch angesehene Persönlichkeiten wie der frühere Bildungslandesrat Bruno Hosp und Alt-Landeshauptmann Luis Durnwalder zu Wort kommen. Mit der Bewertung des Films würden diese damit ebenfalls indirekt ins „rechte Eck“ gestellt.
Wenn der Einsatz für Minderheitenrechte, Selbstbestimmung und die Beseitigung faschistischer Denkmäler mit Rechtsextremismus gleichgesetzt werde, habe das DÖW seine wissenschaftliche Glaubwürdigkeit endgültig verspielt, heißt es weiter. Das Zentrum agiere zunehmend als ideologisches Gesinnungstribunal, das politische Gegner moralisch delegitimieren wolle.
Die Brandmarkung Haimbuchners wegen seiner Teilnahme an einer historischen Filmvorführung sei nicht nur sachlich unhaltbar, sondern demokratiepolitisch gefährlich. Zudem werde darauf verwiesen, dass führende Persönlichkeiten des Südtiroler Freiheitskampfes auch Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime waren, darunter Fritz Molden, Helmut Heuberger und Wolfgang Pfaundler. Diese pauschal zu diffamieren, sei eine Beleidigung ihrer historischen Rolle.
Abschließend fordern die Abgeordneten das DÖW auf, sich ernsthaft mit der eigenen österreichischen Zeitgeschichte auseinanderzusetzen, anstatt den Extremismusbegriff zur politischen Diffamierung zu missbrauchen.






