Strompreise zwischen Fix und PUN

PUN-Tarife: Hohe Unsicherheit für Haushalte
Die Analyse von Papernest zur Entwicklung des PUN (Prezzo Unico Nazionale), dem italienischen Großhandelsstrompreis des GME, zeigt für 2024 und 2025 eine extreme Volatilität. 2025 lag der Monats-PUN zwischen 0,094 €/kWh und 0,150 €/kWh – eine Spannweite von rund 60 Prozent.
„Wenn der PUN innerhalb eines Jahres so stark variiert, sind keine verlässlichen Prognosen möglich. Es ist realitätsfremd, von Konsumentinnen und Konsumenten strategische Marktentscheidungen zu erwarten“, erklärt Walther Andreaus, Geschäftsführer des Verbraucherschutzvereins Robin.
Fixpreistarife bieten zwar Planungssicherheit, sind aber oft teurer und langfristig bindend. Variable Tarife reagieren unmittelbar auf Preisschwankungen, können aber sowohl hohe Ersparnisse als auch Verluste bedeuten – abhängig vom Anbieter und Tarifmodell, selbst bei identischem Verbrauch. Europäische Vergleiche zeigen zudem, dass variable Tarife im Durchschnitt leicht teurer sein können als fixe, wobei einzelne Anbieter stark abweichen.
Forderung nach Transparenz und sozialer Stromautonomie
Robin kritisiert die Regulierungsbehörde ARERA scharf. Zwar erlaubt „Il Portale Offerte“ individuelle Preisberechnungen, systematische Ex-post-Auswertungen der realen Preisunterschiede zwischen Anbietern fehlen jedoch. „Es ist inakzeptabel, dass keine Rankings oder Marktanalysen veröffentlicht werden, die zeigen, welche Anbieter im Nachhinein günstig oder teuer waren. ARERA bilanziert die Preisunterschiede nicht zeitnah, nach Profilen, systematisch, an prominenter Stelle, saisonsabhängig“, so Andreaus.
Robin fordert daher eine gesetzliche Transparenzpflicht: Regulierungsbehörden sollen regelmäßig Ex-post-Vergleiche der realen Strom- und Gaspreise nach Anbietern, Tariftypen und Standardverbrauchsprofilen veröffentlichen – inklusive Ranglisten der günstigsten und teuersten Anbieter. Nur so könne echter Wettbewerb und wirksamer Verbraucherschutz gewährleistet werden. Andreaus betont in einer Presseaussendung, dass Südtirols Stromautonomie nicht nur lokale Produktion, sondern stabile, transparente und sozial verträgliche Preise für die Bevölkerung umfassen müsse.






