Irans Präsident gibt grünes Licht für Gespräche mit USA

Am Montag war bekanntgeworden, dass die USA und der Iran zu neuen Verhandlungen zusammenkommen wollen. US-Medien zufolge soll das Treffen zwischen Irans Außenminister Abbas Araqchi und dem US-Sondergesandten Steve Witkoff am Freitag in Istanbul stattfinden. Auch Vertreter regionaler Staaten wie Saudi-Arabien, Katar und Pakistan werden demnach erwartet.
Mögliche Kompromisslinien ausgelotet
Hinter den Kulissen werden bereits mögliche Kompromisslinien ausgelotet. US-Präsident Donald Trump stellt Insidern zufolge drei Bedingungen an die Führung in Teheran: ein vollständiges Ende der Uran-Anreicherung, eine Begrenzung des Raketenprogramms und den Stopp der Unterstützung für verbündete Milizen wie etwa die Hisbollah im Libanon. Während die Führung in Teheran diese Forderungen offiziell als Eingriff in die Souveränität des Landes zurückweist, signalisieren Regierungsvertreter Verhandlungsbereitschaft zumindest im Atomstreit.
Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sich erheblich verschärft. Die USA haben ihre Marinepräsenz vor der iranischen Küste verstärkt. Zudem ist die iranische Führung innenpolitisch durch die schweren Unruhen unter Druck geraten, die sich im Dezember an der Wirtschaftskrise und dem rapiden Verfall der iranischen Währung entzündeten und im Jänner niedergeschlagen wurden.
Israel und die USA hatten im Juni einen Krieg gegen den Iran geführt und dessen Atomanlagen angegriffen. Nach zwölf Tagen endete der massive Beschuss mit einer Waffenruhe. Bei den Angriffen ist nach damaligen Angaben Araqchis die wichtigste iranische Atomanlage Fordo „ernsthaft und schwer beschädigt“ worden. Trump hatte seinerzeit erklärt, die US-Angriffe hätten das iranische Atomprogramm „vollständig und total ausgelöscht“.
Bereits im vergangenen Jahr hatten Washington und Teheran über Irans umstrittenes Atomprogramm verhandelt, die Gespräche waren jedoch bei zentralen Fragen ins Stocken geraten. So fordern die USA etwa, dass Irans Führung die Urananreicherung vollständig einstellt. Teheran ist zur Begrenzung seines Atomprogramms bereit, betrachtet solche Maximalforderungen jedoch als rote Linie.
Viele Iraner sehen Verhandlungen mit USA kritisch
Verhandlungen mit den USA sehen viele Iraner nach der blutigen Niederschlagung der Proteste Anfang Jänner äußerst kritisch. US-Präsident Donald Trump hatte den Demonstranten auf dem Höhepunkt der Massendemonstrationen seine Unterstützung zugesagt. Dass er nun mit der iranischen Staatsführung verhandeln will, die für Tausende Tote bei den Protesten verantwortlich gemacht wird, werten viele im Iran als Verrat.
APA






