von mmh 03.02.2026 13:10 Uhr

Dopingverdacht überschattet Heimolympiade: Fall Passler sorgt für Diskussionen

Der Dopingfall um die Südtiroler Biathletin Rebecca Passler sorgt weiterhin für große Unruhe kurz vor dem Start der Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina. Nachdem bei der 24-Jährigen das verbotene Mittel Letrozol nachgewiesen wurde und sie vorläufig suspendiert ist, meldet sich nun auch der CONI-Landespräsident Alex Tabarelli zu Wort und warnt eindringlich vor voreiligen Schlüssen.

Foto: LPA/Fabio Brucculeri

Die Antholzerin Rebecca Passler, verliert durch die Suspendierung ihr Olympiaticket. Der positive Befund wurde bei einer Kontrolle außerhalb des Wettkampfs festgestellt, die von der nationalen Antidopingbehörde Nado Italia durchgeführt wurde. Es handelt sich um den ersten bekannt gewordenen Dopingfall im Umfeld der Spiele Mailand-Cortina 2026.

„Ein menschliches Drama“ kurz vor Olympia

Im Gespräch mit Südtirol News spricht Alex Tabarelli von einem „menschlichen Drama“ für die junge Athletin. Nur wenige Tage vor Olympia, noch dazu vor der eigenen Haustür, eine derartige Nachricht zu erhalten, sei eine enorme Belastung. Man könne sich kaum vorstellen, was Passler derzeit durchmache, betont der CONI-Landespräsident. Auch für ihre Teamkollegen sei der Fall mental schwer zu verkraften und derzeit das dominierende Gesprächsthema.

Tabarelli ruft gleichzeitig zur Zurückhaltung auf. Zwar seien bei der Südtirolerin verbotene Substanzen festgestellt worden, doch sei bislang unklar, in welchem Ausmaß. Zudem steht die Analyse der B-Probe noch aus. Bei einer umfassenden Testreihe vor rund einer Woche, bei der alle 196 italienischen Olympia-Athleten kontrolliert wurden, schlug die Probe von Passler auf Letrozol und Methanol an. In der Folge wurde sie vom Verband vorläufig suspendiert.

Keine Vorverurteilungen und Rückhalt aus Südtirol

Der CONI-Landespräsident zeigt sich vom Dopingverdacht überrascht und stellt klar, dass er Rebecca Passler nicht zutraut, bewusst zu Dopingmitteln gegriffen zu haben. Er würde, so Tabarelli, „die Hand für sie ins Feuer legen“, dass keine Absicht bestand, die Leistung künstlich zu steigern. Nun müsse genau geklärt werden, wie es überhaupt zum Kontakt mit den Substanzen gekommen sei.

Gleichzeitig macht Tabarelli deutlich, dass der Sport in Südtirol hinter der Biathletin steht. Entscheidend sei es nun, die Fakten abzuwarten und die endgültige Sachlage zu klären. Warnende Worte richtet er auch an die Öffentlichkeit: Vorverurteilungen seien fehl am Platz.

Wie schnell diese dennoch passieren, zeigte sich zuletzt in sozialen Netzwerken. Unter Beiträgen auf dem Instagram-Profil der Athletin häuften sich beleidigende und giftige Kommentare, weshalb die Kommentarfunktion mittlerweile deaktiviert wurde.

Letrozol ist seit 2008 im Leistungssport verboten. Die Substanz senkt den Östrogenspiegel und kann missbräuchlich eingesetzt werden, um hormonelle Effekte zu verstärken oder andere Mittel zu verschleiern. In der Medizin wird Letrozol vor allem zur Behandlung von Brustkrebs eingesetzt. Ob und wie diese Substanz in den Körper der Südtiroler Biathletin gelangt ist, bleibt Gegenstand der laufenden Untersuchungen.

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