Maria Lichtmess: Ein alter Festtag mit tiefen Wurzeln in Tirol

Biblischer Ursprung und Bedeutung des Lichts
Gefeiert wird Maria Lichtmess 40 Tage nach Weihnachten. Der Festtag erinnert an die Darstellung Jesu im Tempel von Jerusalem, wie sie im Lukasevangelium überliefert ist.
Der volkstümliche Name geht auf die Kerzenweihe und Lichterprozessionen zurück, die seit der Spätantike belegt sind und bis heute zur katholischen Liturgie gehören.
Maria Lichtmess in Tirols Pfarreien
In ganz Tirol war Maria Lichtmess über Jahrhunderte hinweg fest im kirchlichen Leben verankert. In vielen Pfarreien wurde und wird der Tag mit feierlichen Gottesdiensten und der Weihe der Kerzen begangen.
Die gesegneten Kerzen galten als Schutzzeichen für Haus, Hof und Familie und wurden bei Krankheit, Unwettern oder Todesfällen entzündet.
Ein Stichtag im bäuerlichen Jahr
Auch über den religiösen Rahmen hinaus hatte der 2. Februar eine große soziale und wirtschaftliche Bedeutung. In Tirol begann mit Maria Lichtmess traditionell das neue bäuerliche Arbeitsjahr. Knechte und Mägde erhielten ihren Lohn, Dienstverhältnisse endeten oder wurden neu begründet. Der Tag war vielerorts als „Schlenggltag“ bekannt, an dem Knechte von Hof zu Hof zogen, um eine neue Arbeit zu finden.
Maria Lichtmess galt zudem als Lostag. Zahlreiche Bauernregeln versuchten, aus dem Wetter am 2. Februar Rückschlüsse auf den weiteren Verlauf des Winters zu ziehen – ein Brauch, der im gesamten Alpenraum weit verbreitet war.
Seit der Liturgiereform trägt der Tag offiziell den Namen „Fest der Darstellung des Herrn“. Der volkstümliche Begriff Maria Lichtmess hat sich jedoch bis heute gehalten.
Ein Fest, das leise geworden ist – aber nichts von seiner Bedeutung verloren hat.






