Freiheitliche fordern Sportautonomie für Südtirol

Der Grund: Es fehlt eine eigene Sportautonomie. Südtiroler Sportler können bei internationalen Bewerben derzeit ausschließlich unter italienischer Flagge antreten. Eine eigenständige sportliche Vertretung des Landes ist nicht vorgesehen. Damit bleibe ein wichtiger Teil der regionalen Identität im Sport unberücksichtigt, erklärt der Obmann der Freiheitlichen, Roland Stauder.
Als Vergleich nennt die Partei von Landesrätin Ulli Mair andere autonome oder teilautonome Regionen in Europa wie Wales, Nordirland, Åland oder die Färöer-Inseln. Diese verfügen über eigene Sportteams und treten international selbstständig auf – trotz Einbindung in übergeordnete staatliche Strukturen. Südtirol hingegen sei weiterhin vollständig in die italienischen Nationalkader eingebunden.
Aus Sicht der Freiheitlichen führt diese Abhängigkeit immer wieder zu Spannungen, die den sportlichen Gedanken überlagern. Diskussionen über die Sprache in Interviews oder über symbolische Gesten von Athleten würden zeigen, dass Sport zunehmend politisch interpretiert werde. Dabei sollte er eigentlich verbindend wirken und nicht zur Austragung gesellschaftlicher Konflikte dienen.
Die Partei fordert daher die Schaffung einer rechtlichen Grundlage für eigenständige Südtiroler Sportteams. Diese sollen Sportlerinnen und Sportlern aller Sprachgruppen offenstehen und ein gemeinsames Landesbewusstsein widerspiegeln. Gleichzeitig solle Wahlfreiheit gelten: Athletinnen und Athleten sollen selbst entscheiden können, ob sie für Südtirol oder für Italien antreten.
Damit ein solches Modell praktikabel sei, brauche es zudem neue strukturelle Lösungen im Spitzensport. Konkret schlagen die Freiheitlichen vor, erfolgreiche Sportler künftig verstärkt im Landesdienst zu beschäftigen. Dadurch könne die bisherige Abhängigkeit von militärischen und paramilitärischen Sportgruppen – etwa bei Carabinieri oder Finanzwache – reduziert werden. Nach Ansicht der Partei wäre dies ein wichtiger Schritt, um den Sport in Südtirol organisatorisch und identitätsstiftend weiterzuentwickeln.






