von lif 31.01.2026 10:47 Uhr

Südtirols Museen verlieren Besucher

Südtirols Museen haben im Jahr 2024 einen Rückgang bei den Besucherzahlen verzeichnet. Laut dem Landesinstitut für Statistik (ASTAT) zählten die Häuser insgesamt 7,5 Prozent Eintritte weniger als im Vorjahr (1.599.103). 

Bild: APA

Die archäologischen Museen führen die Rangliste klar an und kommen auf 22,9 Prozent aller Eintritte. Dahinter folgen die kulturgeschichtlichen Spezialmuseen mit 21,4 Prozent, die Kunst- und Kunstgewerbemuseen mit 16,3 Prozent sowie die Burg- und Schlossmuseen mit 12,6 Prozent. Insgesamt entfallen 40,3 Prozent aller Eintritte auf freie Besuche, während 1.365.640 Personen Eintritt bezahlt haben.

Träger und Geschichte der Museen

An der ASTAT-Erhebung 2024 nahmen 104 Südtiroler Museen teil. Die Hälfte der Häuser wird von privaten Rechtsträgern geführt, ein Viertel von Gemeinden. Die Autonome Provinz Bozen-Südtirol ist bei 14,4 Prozent beteiligt, kirchliche Einrichtungen bei 3,8 Prozent, andere öffentliche Körperschaften bei einem Prozent und sonstige Träger bei 5,8 Prozent.

Das älteste Museum des Landes ist die Landesfürstliche Burg in Meran, eröffnet im Jahr 1880. Viele Häuser entstanden in jüngerer Zeit: 27 zwischen 19991 und 2000, 23 von 2001 bis 2010 sowie 26 seit 2012.

Die meisten Museen spezialisieren sich auf Kulturgeschichte (25) oder Kunst und Kunstgewerbe (18). Zusammen machen diese beiden Bereiche 41,3 Prozent aller erhobenen Museen aus.

Öffnungszeiten und Ausstellungen

Im Durchschnitt sind die Museen 33 Stunden pro Woche geöffnet, verteilt auf fünf Tage. Im Jahr 2024 waren sie durchschnittlich 187 Tage zugänglich. Insgesamt organisierten die Häuser 105 Ausstellungen.

Bestände und Digitalisierung

74,6 Prozent des gesamten Museumsgutes werden dauerhaft ausgestellt, die restlichen 25,4 Prozent lagern als Depotbestände oder werden restauriert. In den vergangenen fünf Jahren nutzten 42,3 Prozent der kunsthistorischen Bestände wissenschaftliche Zwecke. Im Jahr 2024 griffen 351 Wissenschaftler darauf zurück und veröffentlichten 222 Publikationen. Zudem nutzten 123 Lehrpersonen sowie 728 Schüler und Studenten die Bestände.

Bei der Digitalisierung sind 13 Museen bei den ausgestellten Gütern vollständig digitalisiert, 50 teilweise. 24 haben noch nicht begonnen, 17 haben nichts zu digitalisieren. Bei den Depotbeständen sind vier vollständig und 44 teilweise digitalisiert, 32 noch gar nicht.

Publikationen und Produkte

Die Museen brachten 140 Verlagswerke (Bücher, Kataloge usw.) heraus, 37 digitale Datenträger (CDs, DVDs), 286 Broschüren und Faltblätter, 617 Souvenirs und Ansichtskarten sowie 15 weitere Informationsmaterialien.

Personalstruktur

In Südtirols Museen arbeiten insgesamt 181 Personen, davon 65,1Prozent Frauen. 39,7 Prozent haben einen befristeten Vertrag, 27,5Prozent einen unbefristeten. 11,4 Prozent sind vollzeitbeschäftigt, 16,1 Prozent in Teilzeit und 32,7 Prozent ehrenamtlich tätig.

Frauen sind bei unbefristeten Teilzeitverhältnissen mit 81,6 Prozent und bei befristeten Verträgen mit 70,1 Prozent deutlich stärker vertreten als Männer. Bei Vollzeitkräften und Ehrenamtlichen gibt es keine großen Geschlechtsunterschiede.

Finanzen: Einnahmen und Ausgaben

Öffentliche Beiträge machen 36,4 Prozent der Einnahmen aus, Eintrittskarten und Führungen 32,3 Prozent. Mitgliedsbeiträge und Spenden tragen 5,6 Prozent bei, Shop-Verkäufe und Reproduktionsrechte 9,9 Prozent, Sponsorengelder zwei Prozent.

Bei den Ausgaben stehen Verwaltungskosten mit 47,1 Prozent an erster Stelle. Es folgen Neuanschaffungen von Objekten, Ausrüstung usw. mit 15,4 Prozent, Restaurierungs- und Konservierungsarbeiten mit 9,4 Prozent, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit mit 7,4 Prozent sowie Forschung, didaktische Aktivitäten und Kooperationen mit sechs Prozent.

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