von lif 31.01.2026 17:24 Uhr

Olympia-Fackel durch Südtirol: Glanz oder grünes Feigenblatt?

Die olympische Flamme hat Südtirol in den vergangenen Tagen in ein Fest der Begeisterung verwandelt. Tausende Menschen säumten die Straßen, doch es bleibt die Frage, ob das Spektakel mehr als nur ein vorübergehender Schein ist.

Olympionike und Rodler Armin Zöggeler war als dritter Fackelläufer bei der Entzündung des Feuers in Griechenland dabei. (Foto: LPA)

Der Fackellauf für die Winterspiele startete am 27. Januar in Toblach, wo die Flamme aus dem benachbarten Cortina übergeben wurde. Von dort ging es über Bruneck, das Biathlon-Zentrum in Antholz, den Kronplatz und Brixen bis nach Bozen. Laut der offiziellen Olympia-Website war das die 51. Etappe, mit prominenten Trägern wie dem Skistar Kristian Ghedina oder der Eiskunstläuferin Carolina Kostner. Am nächsten Tag führte die Route weiter durch das Land, und am 29. Januar startete sie in Meran, zog durch Eppan und Kaltern bis  Welschtirol. Hunderte jubelten entlang der Strecke und es gab emotionale Momente, als die Flamme in Bozen eintraf. Insgesamt trugen über vierzig Fackelträger die Flamme durch Südtirol. Die Veranstaltung verband Tradition und Moderne, mit Stopps an Orten wie dem Domplatz in Brixen, wo Kinder das Maskottchen begrüßten. 

Südtirol habe von der Fackel profitiert, die Begeisterung war spürbar. Wie die Provinz Bozen mitteilt, kamen Tausende zusammen, um die Flamme zu sehen, was den lokalen Tourismus ankurbelt. Laut der Tourismusvereinigung in Kaltern war es ein magischer Moment, der die Region ins Rampenlicht rückt. Die Spiele versprechen langfristig mehr Besucher und bessere Infrastruktur, wie neue Wege und Verbindungen. Für Südtirol, mit seiner starken Bindung an die Berge, sei das eine Chance, Traditionen wie Skifahren oder Biathlon zu feiern. 

Die grüne Frage

Trotz des Jubels wirft der Fackellauf Schatten auf die Nachhaltigkeit. Die Organisatoren betonen, dass 92 Prozent der Venues bereits existieren und erneuerbare Energie genutzt wird. Doch Experten sehen das anders: Die Spiele erzeugen 930.000 Tonnen CO2, plus 1,3 Millionen durch Sponsoren wie den Ölkonzern Eni. Das führt zu einem Verlust von 5,5 Quadratkilometern Schnee, wie ein Bericht von Scientists for Global Responsibility warnt. In Cortina muss über drei Millionen Kubikmeter Kunstschnee her, weil der natürliche Schnee schmilzt. Sponsoren wie Eni, die fossile Brennstoffe fördern, passen nicht zu grünen Versprechen, kritisieren Athleten und Wissenschaftler. Ist das wirklich nachhaltig, oder nur ein Feigenblatt?

Was bleibt nach dem großen Feuer?

Nach dem Fackellauf bleibt Südtirol mit gemischten Gefühlen zurück. Positiv: Angeblich bessere Verbindungen und ein Tourismusboost könnten Jobs schaffen, wie in früheren Spielen. Doch die Kosten sind explodiert, von null auf vier Milliarden Euro, mit offenen Baustellen und Untersuchungen zu Nepotismus. Umweltschäden wie gerodete Wälder und höhere Emissionen belasten die Dolomiten langfristig. Laut Yale Climate Connections muss der Wintersport sich anpassen, da nur halb so viele Städte bis 2050 genug Schnee haben. Die Flamme erlischt, aber die Fragen bleiben: War es den Preis wert?

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