Neue Organisationsmodelle für die Abfallwirtschaft in Südtirol

Hintergrund ist die Übertragung der regulatorischen Zuständigkeiten an die staatliche Aufsichtsbehörde Arera im Jahr 2018. Damit wurde in Italien ein neuer Ordnungsrahmen für die Abfallwirtschaft geschaffen. Künftig muss der Dienst in sogenannten optimalen territorialen Einheiten (Egato) organisiert werden, was auch in Südtirol eine strukturelle Neuordnung erforderlich macht. Seit 2022 wird an diesem Prozess in einem partizipativen Ansatz mit allen betroffenen Institutionen gearbeitet.
„Ziel ist es, eine Organisationsstruktur zu schaffen, die langfristig tragfähig ist und den Abfallwirtschaftsdienst rechtssicher, effizient und bürgernah gewährleistet“, betonte Umweltlandesrat Peter Brunner.
Im Rahmen der bisherigen Analysen wurden vier mögliche Modelle ausgearbeitet und diskutiert: Das erste sieht eine vollständige Zuständigkeit der einzelnen Gemeinden vor, die sowohl die Rolle des Egato als auch die operative Durchführung übernehmen würden.
Variante zwei setzt auf je einen Egato pro Bezirksgemeinschaft mit eigenständiger Regulierung und Vergabe. Die dritte Option sieht einen landesweiten Egato mit untergeordneten Strukturen auf Bezirksebene vor. Ein viertes, integriertes Modell kombiniert einen zentralen Egato mit einer Holdingstruktur und lokalen Betriebsgesellschaften.
Die Arbeitsgruppe, die den Reformprozess begleitet, wird die Modelle nun erneut prüfen, insbesondere im Hinblick auf die künftigen Zuständigkeiten im Rahmen der Autonomie-Reform. Auf dieser Basis soll eine endgültige Entscheidung vorbereitet werden.
„Alle weiteren Schritte werden im Dialog mit Gemeinden und Bezirksgemeinschaften und stets im Interesse der Bürgerinnen und Bürger gesetzt“, versicherte Landesrat Brunner. Ziel bleibt eine einheitliche, zukunftsfähige Lösung für die Abfallwirtschaft in Südtirol.






