von lif 28.01.2026 15:17 Uhr

Tausende Unfälle im Wintersport: Zeit für mehr Vorsicht

Der Schnee lockt jedes Jahr Millionen in unsere Berge. Doch hinter dem Spaß stecken von Stürzen auf der Piste bis zu Lawinen im freien Gelände, auch Risiken.

APA/THEMENBILD

In der vergangenen abgeschlossenen Wintersaison 2024/25 gab es in Südtirol knapp 12.000 Unfälle auf den Skipisten. Das sind fast 800 mehr als im Jahr davor, wie das Landesinstitut für Statistik ASTAT berichtet. Die häufigste Ursache: Einfache Stürze ohne Beteiligung anderer, in über 75 Prozent der Fälle. Zusammenstöße machen rund 14 Prozent aus. Viele Verletzungen passieren durch Übermut, wie falsche Einschätzung der eigenen Kräfte oder unangepasstes Tempo.

Auch beim Rodeln lauern Gefahren. Gerade in diesem Winter gab es schon mehrere Vorfälle, wie zum Beispiel den Unfall eines zehnjährigen Mädchens im Burggrafenamt (UT24 berichtete), der kürzlich passierte. Ältere Zahlen zeigen, dass Rodeln oft unterschätzt wird. In Südtirol mit seinen vielen Bahnen ziehen Familien gerne raus, doch unebene Stellen oder hohe Geschwindigkeiten können schnell gefährlich werden.

Besonders tückisch sind auch Lawinen. Im Euregio-Lawinenreport für die Saison 2024/25 wurden in der gesamten Euregio rund 200 Lawinenereignisse mit Personenbeteiligung registriert. Sieben Menschen kamen dabei ums Leben. Auch in diesem Winter warnt der Lawinen.reportvor Triebschnee und Altschneeproblemen. Die Bergrettung im Alpenverein Südtirol ist ständig im Einsatz: Allein in den ersten Wochen des Jahres gab es Dutzende Notrufe, von Sanitätsfällen bis zu Sucheinsätzen. In Nordtirol sieht es ähnlich aus. Die Bergrettung dort meldet für das gesamte Jahr 2025 einen neuen Rekord mit über 4.000 Einsätzen.

Was lernen wir daraus?

Experten vom Alpenverein Südtirol und dem Weißen Kreuz appellieren an einfache Regeln. Helm tragen ist bis 18 Jahre Pflicht, aber auch für Erwachsene ein Muss. Zudem gilt auf Pisten Rücksicht nehmen, Tempo anpassen und auf Vorfahrt achten. Beim Tourengehen oder Freeriden immer LVS-Gerät, Sonde und Schaufel mitnehmen und einen Lawinenkurs machen. Außerdem sollte man immer den aktuellen Lawinenlagebericht checken, bevor es losgeht. Und beim Rodeln: Nur auf markierten Bahnen bleiben, Abstand halten und Kinder nie allein lassen.

Unsere Berge sind ein Schatz für ganz Tirol. Mit etwas mehr Respekt und Vorbereitung bleibt der Winterspaß sicher. Die Bergretter sind ehrenamtlich rund um die Uhr da, aber am besten verhindern wir Unfälle gleich von vornherein.

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