Nach Kritiksturm: „Tyrol ≠South Tyrol“- Posting gelöscht

Mit dem Slogan „Tyrol ≠South Tyrol“ wollte die Tirol Werbung auf Instagram an einem europaweiten Trend teilnehmen, bei dem Regionen ihre Besonderheiten humorvoll darstellen. Marketingleiter und Prokurist Patricio Hetfleisch erklärte, man habe mit Augenzwinkern zeigen wollen, was Tirol von anderen Destinationen unterscheidet. In der Umsetzung sei dies jedoch misslungen.
Das Posting habe für Verwirrung und emotionale Reaktionen gesorgt, räumte Hetfleisch ein. Vor allem die Gleichsetzung Südtirols mit Italien sei historisch und kulturell falsch gewesen und habe der besonderen Beziehung zwischen Tirol und Südtirol nicht entsprochen. Aus diesem Grund habe man das Sujet freiwillig von Instagram entfernt.
Politischer Gegenwind und klare Distanzierung
Bereits zuvor hatten die FPÖ Tirol und die Süd-Tiroler Freiheit scharfe Kritik an dem Posting geübt. Die Freiheitlichen sprachen von einem respektlosen Werbesujet mit plumpen Stereotypen und kündigten eine Landtagsanfrage an Wirtschaftslandesrat Mario Gerber an. Man wolle klären, wie es zu der Kampagne kommen konnte und ob öffentliche Gelder dafür verwendet wurden.
Deutlich reagierte auch Landeshauptmann Anton Mattle, der sich klar vom Posting distanzierte. Das Sujet entspreche weder dem Euregio-Gedanken noch den Zielen der Tiroler Euregio-Präsidentschaft, erklärte Mattle gegenüber dem ORF. Südtirol sei für Tirol ein Partner und Freund, kein Konkurrent oder Gegner.
Kritik auch vom Andreas-Hofer-Bund
Nicht nur politische Parteien übten scharfe Kritik, auch der Andreas-Hofer-Bund für Tirol meldete sich zu Wort. Obmann Alois Wechselberger bezeichnete das Posting als „respektlos und spaltend“ und warf der Tirol Werbung vor, Südtirol zu einer Karikatur zu degradieren. Die Kampagne setze bewusst auf plakative Unterschiede und schade damit dem Zusammenhalt der Tiroler Gemeinschaft über die Grenzen hinweg. Wechselberger betonte, dass Tirol und Südtirol keine Konkurrenten, sondern kulturell und wirtschaftlich eng verbunden seien, und warnte, dass bei einem ähnlichen Fehlgriff künftig Konsequenzen folgen würden.
Das umstrittene Posting war bereits am Dienstagnachmittag wieder offline.






