von lif 28.01.2026 13:21 Uhr

Erdrutsch bedroht sizilianische Stadt

Die Lage in der von einem Erdrutsch bedrohten sizilianischen Kleinstadt Niscemi verschlechtert sich. Seit dem Wochenende sackt der Boden in Teilen des Gebiets im Süden der Mittelmeerinsel ab. Ein Teil der 25.000-Einwohner-Stadt steht regelrecht am Abgrund und droht abzurutschen. 

Bild: APA/ANSA

Mehr als 1.500 Menschen mussten nach Angaben der Behörden aus ihren Häusern evakuiert werden. Der Erdrutsch mit einer Front von vier Kilometern Länge kommt nicht zum Stillstand. „Der Erdrutsch ist voll aktiv, der gesamte Hügel stürzt auf die Ebene“, warnte der Leiter des italienischen Zivilschutzes, Fabio Ciciliano, laut Medienangaben. Auf Bildern war zu sehen, wie Wohnhäuser direkt am Abhang stehen.

Viele Evakuierte ohne Rückkehrmöglichkeit in Wohnungen

Viele der Evakuierten werden nicht mehr in ihre Wohnungen zurückkehren können. „Wir müssen einen Plan für die Umsiedlung der Menschen erstellen, die in der Gegend der Erdrutschfront ihre Wohnungen haben. Derzeit läuft eine Erfassung der Personen, die unterstützt werden müssen“, so Ciciliano. Zum jetzigen Zeitpunkt sei es nicht möglich, den Schaden zu beziffern.

Den Evakuierten versichert der sizilianische Regionalpräsident Renato Schifani konkrete Hilfe. Bis zu einem Höchstbetrag von 900 Euro monatlich soll Familien ausgeschüttet werden, die ihre Wohnung verloren haben. Um sich persönlich ein Bild von der Lage zu machen, führte der Staatsanwalt der sizilianischen Stadt Gela, Salvatore Vella, begleitet von den Sicherheitskräften, eine Besichtigung des Erdrutschgebiets durch.

Viele Einwohner von Niscemi erleben derzeit erneut den Albtraum von vor 29 Jahren. Es war der 12. Oktober 1997, als die Menschen auf die Straße liefen und an ein Erdbeben glaubten. Es handelte sich jedoch nicht um ein Erdbeben, sondern um einen Erdrutsch, der sich nun an denselben Orten wiederholt.

APA/UT24 

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