von lif 28.01.2026 17:16 Uhr

Arbeitsunfälle in Südtirol über dem Durchschnitt

Südtirol liegt bei Arbeitsunfällen weiter über dem italienischen Schnitt. Die Gewerkschaft SGBCISL spricht von einem „neuen Jahr, alten Problemen“ und fordert mehr Prävention.

Foto: Shutterstock

Laut Zahlen der INAIL gab es in Südtirol in den vergangenen Jahren durchschnittlich rund 14 Prozent mehr meldepflichtige Arbeitsunfälle pro tausend Beschäftigte als im italienischen Mittel. Besonders betroffen sind Branchen wie Bau, Handwerk, Landwirtschaft und Tourismus. Sozusagen genau die Bereiche, die in Südtirol stark vertreten sind. Im vergangenen Jahr wurden mehrere schwere Unfälle registriert, darunter Stürze von Leitern, Maschinenverletzungen und Verkehrsunfälle auf dem Weg zur Arbeit.

Die SGBCISL hat das Thema jetzt wieder auf die Agenda gesetzt. Generalsekretär Claudio Rigo kritisiert, dass trotz Warnungen und Vorschriften zu wenig passiert. Viele Unfälle passieren durch Zeitdruck, fehlende Schulungen oder mangelnde Sicherheitsausrüstung. Besonders Grenzgänger und Saisonkräfte aus Osteuropa sind oft betroffen, weil sie die Abläufe manchmal nicht gut genug kennen oder unter schwierigen Bedingungen arbeiten.

Unternehmen und Politik sehen das anders. Der lvh (Landesverband der Handwerker) betont, dass viele Betriebe in Sicherheitsmaßnahmen investieren und dass die Zahlen teilweise höher liegen, weil in Südtirol mehr kleine und mittlere Unternehmen gemeldet werden. Zudem habe das Land in den vergangenen Jahren Kampagnen gestartet und es gibt Förderungen für neue Schutzausrüstung oder Schulungen.

Was hilft wirklich gegen Unfälle?

Experten und Gewerkschaften nennen klare Punkte: 

  •  Regelmäßige Sicherheitsschulungen, auch für Neueinsteiger und Saisonkräfte.  
  • Strenge Kontrollen bei Baustellen und in Höhenarbeiten.
  • Bessere Ausrüstung: Helm, Gurte, stabile Leitern und Maschinenschutz.
  • Weniger Zeitdruck, das heißt realistische Zeitpläne in Aufträgen.
  • Schnelle Meldung von Gefahrenstellen und konsequente Nachverfolgung.

Die Gewerkschaft fordert jetzt mehr Druck auf Politik und Arbeitgeber: „Das Land muss die Prävention stärker fördern und Strafen bei Verstößen konsequenter durchsetzen.“

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