Tirol setzt auf Entbürokratisierung und aktive Waldbewirtschaftung

Bürokratieabbau und neue Technologien
„Unser Ziel ist es, den Tiroler Bergwald zu stärken, die Arbeit mit und im Wald zu erleichtern und das Forstwesen bestmöglich zu entrümpeln“, erklärt Landeshauptmann Anton Mattle. Der Tirol-Konvent schafft ein Fundament für einfachere Regeln, bindet Mitarbeiter und Stakeholder ein, stimmt Prioritäten ab und erhöht Verbindlichkeiten.
Neben klaren Maßnahmen für die Forstverwaltung sollen kleine Agrargemeinschaften künftig von der Pflicht zur Erstellung eines Waldwirtschaftsplans ausgenommen werden. Gleichzeitig soll der Einsatz moderner Technologien wie Fernerkundung und Künstliche Intelligenz Aufwand und Kosten deutlich reduzieren. Daten zu Waldbiodiversität und Planungsgrundlagen sollen so einfacher erfasst und ausgewertet werden.
Klimafitte Wälder und aktive Bewirtschaftung
Forstreferent LHStv. Josef Geisler betont die Notwendigkeit einer aktiven Waldbewirtschaftung: „Der Wald der Zukunft braucht aktive Pflege mehr denn je. Der Anteil klimafitter Mischbaumarten bei Aufforstungen liegt aktuell bei rund 50 Prozent – vor zehn Jahren waren es nur ein Drittel.“ Der Tirol-Konvent setzt hier an, indem Verwaltungstätigkeiten effizienter gestaltet und Beratung vor Ort gestärkt werden, sodass mehr Zeit für die eigentliche Arbeit im Wald bleibt.
Verwaltungsvereinfachungen auf mehreren Ebenen
Bereits umgesetzt wurde eine Neuregelung für Kleinviehweiden: Für Schafe und Ziegen genügt künftig ein vereinfachtes Anzeigeverfahren. Die Zahl der Bescheide soll auf ein Drittel reduziert werden, während der Waldschutz weiterhin gewährleistet bleibt. Parallel werden Datenbanken zu Luftschadstoffen und Immissionen erneuert, um Datenerfassung, Auswertung und Austausch zu verbessern.
Zahlen, Daten, Fakten zum Tiroler Wald
- Waldstrategie 2030: Weiterentwicklung der 2011er Strategie, neu aufgelegt 2021
- 41 Prozent der Landesfläche Tirols sind bewaldet
- Über 70 Prozent des Waldes haben vorrangig Schutzfunktion
- Bewirtschaftet wird der Wald von 35.000 Waldbesitzern und 30.000 Nutzungsberechtigten
- 7 Prozent der jährlichen CO2-Emissionen Österreichs sind im Wald und in Holzprodukten gespeichert
- 30 Prozent der Waldfläche weisen einen hohen Natürlichkeitsgrad auf und können nicht regelmäßig genutzt werden
Mit den Maßnahmen will Tirol Bürokratie abbauen, Verwaltung effizienter gestalten und die Waldbewirtschaftung an die Herausforderungen des Klimawandels anpassen.






