„Tirol ≠ Südtirol“: FPÖ und STF üben scharfe Kritik an Tirol Werbung

Respektlose Stereotype statt gewachsener Identität
Mit dem englischsprachigen Werbesujet „Tyrol ≠ South Tyrol“ habe die Tirol Werbung laut FPÖ Tirol und Süd-Tiroler Freiheit eine Grenze überschritten. Statt das historisch gewachsene Tiroler Selbstverständnis zu stärken, werde Südtirol zur Karikatur degradiert und als „different country“ mit einem angeblich „unverständlichen Dialekt“ dargestellt.
Für die Südtirol-Sprecherin der FPÖ Tirol, LAbg. Gudrun Kofler, BA, sowie LAbg. Sven Knoll von der Süd-Tiroler Freiheit ist dies kein harmloser Marketingschmäh, sondern eine politisch bedenkliche und respektlose Spaltung. Besonders kritisiert wird die Reduktion Südtirols auf stereotype Bilder wie Pizza, Wein und Folklore, während dem „echten“ Tirol traditionelle Speisen wie Kaiserschmarrn und Knödel gegenübergestellt würden.
„Wer Südtirol auf solche Klischees reduziert, verspottet nicht nur einen Landesteil, sondern tritt die gemeinsame Geschichte Tirols mit Füßen“, betont Kofler. Tirol sei über Jahrhunderte hinweg ein gemeinsamer Kultur-, Sprach- und Lebensraum gewesen – dies- und jenseits des Brenners. Die bewusste Gegenüberstellung sei keine Identitätspflege, sondern Marketing auf Kosten historischer Wahrheit und gegenseitigen Respekts
Kritik an Steuergeldeinsatz und politische Konsequenzen
Besonders schwer wiegt für Kofler der Umstand, dass die Kampagne aus öffentlichen Mitteln finanziert wird. Eine von Steuergeldern und Pflichtabgaben bezahlte Institution habe die Verantwortung, zu verbinden und nicht zu spalten. Die Konstruktion einer künstlichen Abgrenzung aus der – bekanntlich nicht freiwilligen – Zugehörigkeit Südtirols zu Italien sei ein politischer Fehlgriff.
„Tirol endet nicht an heutigen Verwaltungsgrenzen und genauso wenig wie die Tiroler Berge, die gemeinsame Sprache und seine kulinarische Vielfalt“, halten Kofler und Knoll fest. Das Werbesujet beschädige sowohl das Tiroler Selbstverständnis als auch das Verhältnis zu Südtirol.
Kofler kündigt daher eine schriftliche Anfrage an Landesrat Mario Gerber an. Darin soll geklärt werden, ob das Werbesujet inhaltlich von der Landesregierung mitgetragen oder genehmigt wurde, welche Kosten dafür angefallen sind und welche Maßnahmen künftig gesetzt werden, um identitätspolitisch fragwürdige Fehlentwicklungen in der Öffentlichkeitsarbeit zu verhindern.
Abschließend fordern Kofler und Knoll eine klare Distanzierung der Tirol Werbung von dem Werbesujet sowie ein unmissverständliches Bekenntnis zur Tiroler Einheit. „Alles andere wäre verantwortungslos“, stellen sie in einer Presseaussendung klar.






