Schock um medizinische Falschdiagnose: Frau verlor gesunde Gebärmutter

Wie Medien berichten war der Ausgangspunkt ein Standardeingriff nach einer Fehlgeburt: Eine entnommene Gewebeprobe wurde routinemäßig auf Tumorgewebe untersucht und in der Pathologie fälschlicherweise als tumorös eingestuft. Auf Basis dieses Befunds empfahl ein interdisziplinäres Tumorboard die sofortige Totaloperation, bei der die Gebärmutter, beide Eileiter und ein Eierstock entfernt wurden.
Irrtum erst nach der Operation erkannt
Erst nach der Operation und einer routinemäßigen Nachuntersuchung der entfernten Gebärmutter stellte sich heraus, dass sich keine Tumorzellen fanden. Weitere Analysen bestätigten, dass in Wahrheit nie ein Tumor vorhanden war. Die ursprüngliche Gewebeprobe war offenbar mit Material eines anderen Patienten kontaminiert worden – was zu dem falsch positiven Ergebnis geführt hatte.
Laut Berichten wurde die Frau erst rund vier Wochen nach Bekanntwerden des Laborfehlers über die tatsächlichen Befunde informiert. In dieser Zeit lebte sie in der Überzeugung, an einer aggressiven Krebsform erkrankt zu sein.
Reaktionen und Kritik
Der Anwalt der Betroffenen übt scharfe Kritik am Umgang mit dem Fall. Er bezeichnet den Verlust der Gesundheit der Frau als schwerwiegenden Schaden und bemängelt gleichzeitig, dass sie nach dem Vorfall „allein gelassen“ worden sei. Gespräche mit Verantwortlichen seien gescheitert.
Die oberösterreichische Gesundheitsholding, Träger des Kepler Universitätsklinikums, bezeichnete Gewebekontaminationen als bekanntes, wenn auch seltenes Risiko und betonte, dass die Behandlung nach aktuellem medizinischen Standard „lege artis“ erfolgt sei. Konkrete Stellungnahmen zum individuellen Fall blieben bislang aus.
Vertrauen und Aufklärung gefordert
Der Vorfall wirft grundlegende Fragen zur Kommunikation, Qualitätskontrolle und Verantwortung im Gesundheitswesen auf. Für die betroffene Frau bedeutet der Fehler nicht nur körperliche Folgen, sondern auch einen tiefen Einschnitt in ihr Leben und ihre Zukunftsperspektiven als junge Patientin.
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