Erstmals offiziell: Russland nimmt an Ukraine-Verhandlungen teil

Zuvor hatte bereits der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sein Team für die Gespräche in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate benannt. Die USA sind als Vermittler mit dabei.
Treffen in Moskau nach dreieinhalb Stunden beendet
Das Treffen in Moskau dauerte nach Kreml-Angaben etwa dreieinhalb Stunden – Witkoff verließ den Kreml gegen drei Uhr Ortszeit (1.00 Uhr MEZ) bei Schneetreiben. Putins Unterhändler Kirill Dmitrijew sprach von bedeutenden Gesprächen, Uschakow bezeichnete die Verhandlungen als nützlich für beide Seiten.
Putin habe betont, dass er aufrichtig an einer diplomatischen Beilegung des Konflikts in der Ukraine interessiert sei, so Uschakow. Laut seinen Worten ist dafür aber nötig, dass die Führung des Nachbarlands sich auf die von Russland geforderten Gebietsabtretungen einlässt. Das hat Selenskyjs Regierung bisher stets abgelehnt.
Von der Leyen: Arbeiten an Aufbauplan für Ukraine weitgehend abgeschlossen
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sieht indes die Arbeiten an einem milliardenschweren Aufbauplan für die von Russland angegriffene Ukraine weitestgehend abgeschlossen. Die Europäische Union, die Vereinigten Staaten und die Ukraine stünden kurz vor einer Einigung, sagte die deutsche Spitzenpolitikerin nach einem EU-Sondergipfel in Brüssel. Der Plan zeige auf, wie der Wohlstand der Ukraine direkt nach einem Waffenstillstand oder Frieden gesteigert werden könne.
„Wir sprechen über ein einzelnes Dokument, das die gemeinsame Vision der Ukrainer, der Amerikaner und Europas für die Zukunft der Ukraine nach dem Krieg darstellt“, erklärte von der Leyen. Es stütze sich auf die Bedarfsanalyse der Weltbank und schlage eine Antwort vor, die auf fünf verschiedenen Säulen beruhe.
Mehr Investitionen und schnelle Integration in EU-Binnenmarkt
Dabei gehe es darum, die Produktivität durch unternehmensfreundliche Reformen und stärkeren Marktwettbewerb zu erhöhen und die Integration der Ukraine in den EU-Binnenmarkt zu beschleunigen. Über mögliche Finanzierungszusagen machte von der Leyen keine Angaben. Nach Angaben des ungarischen Regierungschefs Viktor Orban dringt die Ukraine auf ein Versprechen, dass in den ersten zehn Jahren nach Waffenstillstand 800 Milliarden US-Dollar (etwa 680 Milliarden Euro) zur Verfügung gestellt werden.
Umstritten ist nach Informationen der dpa weiterhin, ob der Ukraine mit dem Plan auch eine konkrete EU-Beitrittsperspektive gegeben werden soll. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dringt nach Angaben aus Verhandlungskreisen darauf, dass sein Land möglichst bereits im kommenden Jahr aufgenommen wird.
apa






