Bettenstopp verlängern – aber mit Augenmaß und wirtschaftlicher Vernunft

Herausforderung für Bauherren und Bauwirtschaft
Der Bettenstopp soll ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Tourismus, Lebensqualität der Bevölkerung und nachhaltiger Raumentwicklung sichern. Doch laut lvh droht dieses Ziel verfehlt zu werden, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht berücksichtigt werden. Konkret betrifft dies die Frist bis zum 22. September 2026, innerhalb derer ein Baubeginn gemeldet werden muss, um bestehende Kontingente zu sichern.
„Dieses Alles-oder-nichts-Szenario ist weder für Bauherren noch für die Unternehmen sinnvoll“, erklärt lvh-Verbandschef Martin Haller. „Projekte „auf Teufel komm raus“ zur Baureife zu treiben, erzeugt enormen Zeitdruck, steigende Kosten und überlastet die gesamte Wertschöpfungskette.“
Baugruppenobmann Fritz Ploner betont, dass viele Projektträger noch in der Planungsphase stünden, Finanzierungen klären oder Genehmigungsverfahren abschließen müssten. Gleichzeitig sei die Bauwirtschaft stark ausgelastet. „Würden alle Projekte gleichzeitig gestartet, wäre diese Menge schlicht nicht zu stemmen.“
Gestaffelte Planung als Lösung
Eine mögliche Lösung schlägt lvh-Direktor Walter Pöhl vor: eine gestaffelte Planung und Umsetzung der Bauvorhaben. Dies würde Projekte zeitlich entzerren, besser koordinieren und an die Kapazitäten der Bauwirtschaft anpassen. Haller ergänzt: „Eine Staffelung gibt Projektträgern und Betrieben mehr Planungssicherheit und verhindert extreme Ausschläge im Markt.“
Ohne eine solche Maßnahme drohten zunächst steigende Preise, Engpässe bei Fachkräften und Materialien sowie ein erhöhtes Risiko, dass Aufträge an externe Firmen außerhalb Südtirols vergeben werden. Später könnte es zu einem Auftragsloch kommen, sobald die vorgezogenen Projekte abgearbeitet sind.
Vor diesem Hintergrund spricht sich der lvh klar für eine Verlängerung des Bettenstopps um fünf Jahre aus. Haller betont die Bedeutung des Tourismussektors für die regionale Wirtschaft: „Als wesentlicher Motor sichert er zahlreiche Arbeitsplätze und ist eng mit Handwerk und Bauwirtschaft verbunden. Investitionen müssen qualitätsorientiert, planbar und nachhaltig erfolgen können.“






