von mmh 22.01.2026 14:48 Uhr

Wirth Anderlan: „Unsere Bauern dürfen nicht zu Tode globalisiert werden“

Die jüngste Verzögerung des umstrittenen Mercosur-Abkommens ist aus Sicht der JWA kein Grund zur Entwarnung. Zwar wurde das Abkommen vorerst ausgebremst, endgültig vom Tisch sei es jedoch nicht. Gleichzeitig warnen sie eindringlich vor weiteren geplanten Freihandelsabkommen, insbesondere jenem zwischen der Europäischen Union und Indien. Die Sorge: Südtirols Bauern könnten durch die fortschreitende Globalisierung massiv unter Druck geraten.

Landtagsabgeordneter Jürgen Wirth Anderlan (Foto: Facebook

Das Europäisches Parlament hat mit äußerst knapper Mehrheit beschlossen, das Mercosur-Abkommen juristisch prüfen zu lassen. Durch die Anrufung des Europäischer Gerichtshof dürfte sich eine mögliche Umsetzung um mehrere Monate verzögern. Für die JWA ist dies lediglich ein oberflächlicher Erfolg, der keinen langfristigen Schutz für die heimische Landwirtschaft bietet.

Kritik an geplantem EU-Indien-Abkommen

Besonders kritisch sehen sie das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien, das bereits kurz vor der Unterzeichnung stehen soll. Der Landtagsabgeordnete Jürgen Wirth Anderlan warnt davor, dass dieses Abkommen erneut massive Nachteile für die Landwirtschaft mit sich bringen könnte.

Unklar sei weiterhin, wie die Regelungen für den Agrarsektor konkret aussehen sollen. Indien verfüge über deutlich niedrigere Hygiene-, Sozial- und Produktionsstandards, zudem spiele der Naturschutz dort faktisch keine Rolle. Zollsenkungen würden laut Wirth Anderlan bedeuten, den europäischen Markt für einen Staat zu öffnen, der nach völlig anderen Spielregeln agiere. Das sei weder gerecht noch sozial.

Kleinbetriebe besonders betroffen

Während große Agrar- und Industriebetriebe von offenen Märkten profitieren könnten, gerieten Klein- und Mittelbetriebe zunehmend unter die Räder. Besonders das kleinstrukturierte Bauerntum in Südtirol sei gefährdet. Die JWA spricht von einem direkten Angriff auf die bäuerlichen Familienbetriebe und warnt davor, dass heimische Produzenten dem globalen Preisdruck nicht standhalten könnten.

Zwar sei internationaler Handel gerade in Zeiten globaler Spannungen mit den USA und Russland grundsätzlich wichtig, dieser müsse jedoch klaren, fairen und transparenten Regeln folgen. Internationaler Handel dürfe nicht auf Kosten der regional verwurzelten Wirtschaft gehen.

Abschließend fordert Anderlan die heimische Landwirtschaft konsequent zu schützen – notfalls auch mit Zöllen und Quoten. Nur so könne verhindert werden, dass Südtirols Bauern „zu Tode globalisiert“ werden.

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