von lif 21.01.2026 16:47 Uhr

„12.000 Betten zusätzlich verträgt das Land nicht“

Die Nachrichten aus der SVP-Leitung sind für den Dachverband- für Natur- und Umweltschutz ein Schlag ins Gesicht. Aus der Sicht des Landschafts- und Wasserverbrauchs sind zusätzliche 12.000 Betten und  die Lawine an Autoverkehrein ein No-Go.

Symbolbild

„Das Tourismusland Südtirol ächzt aus allen Nähten, 38 Millionen Nächtigungen werden zur Last. Schon jetzt sind unsere Straßen nicht mehr imstande, den touristischen Autoverkehr abzuwickeln. Auch die öffentlichen Verkehrsmittel sind häufig überlastet, sodass die hier lebenden Menschen in ihrem Alltag eingeschränkt sind. 12.000 Betten bedeuten umgerechnet über 100 neue Hotelbauten, die wiederum viele Hektar Landschaft zerstören, gesunde Böden versiegeln und große Trinkwassermengen benötigen“, so der Dachverband- für Natur- und Umweltschutz. Damit aber noch nicht genug. 12.000 zusätzliche Betten bedeuten, dass neue Angebote folgen werden: Es brauche neue Seilbahnen für die Sommertouristen, breitere Schipisten, mehr Speicherbecken, mehr Schneekanonen, mehr Parkplätze, mehr Straßen und mehr Energie. „Der CO2-Ausstoß im Lande wird durch diese Entscheidung erst recht befeuert, so werden wir unsere Klimaziele niemals erreichen“, erklärt der Geschäftsführer Hanspeter Staffler die Folgen.

Der Dachverband ist enttäuscht und fragt sich, wo bleibt die ausgleichende, verantwortungsvolle und zukunftsfähige Hand der Landespolitiker? Nur weil die Tourismusindustrie und viele Gemeinden mehr Betten fordern, heiße das nicht, dass diese Wünsche ein Segen für das Land sind. Im Gegenteil, die Summe von Einzelwünschen kann das Fass zum Überlaufen bringen. Schon jetzt stöhnen Teile der Bevölkerung unter der Touristenlast und die Tourismustreibenden stöhnen auch, wenn es um Mitarbeitergewinnung geht. Südtirol brauche Tourismus in Maßen und nicht in Massen. „Der Landtag ist daher gut beraten, diesen Vorschlag der SVP-Leitung klar und deutlich abzulehnen“, fordert die Vorsitzende des Dachverbandes Elisabeth Ladinser. Denn noch mehr Touristenbetten bringt einen Rattenschwanz an negativen Folgen mit sich, die weder der Landschaft noch der hier lebenden Bevölkerung guttun.

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