von veo 20.01.2026 08:03 Uhr

Wehrdienstkommission spricht sich für Verlängerung aus

Die von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) eingesetzte Wehrdienstkommission präsentiert am Vormittag ihren Bericht und wird sich darin wohl für eine Verlängerung des Präsenzdienstes aussprechen. Nach APA-Informationen dürften alle drei von ihr erarbeiteten Modelle eine Erhöhung der Gesamtdauer aus Grundwehrdienst und verpflichtenden Milizübungen vorsehen. Analog dazu soll auch der Zivildienst ausgeweitet werden.

APA/THEMENBILD

Die Kommission wurde im vergangenen Juni eingesetzt. 23 Expertinnen und Experten aus Organisationen und Institutionen des öffentlichen Lebens berieten Vorschläge zur Weiterentwicklung von Wehr- und Zivildienst sowie zur Miliz. Dafür trafen sie sich insgesamt zu 13 Sitzungen. Am Ende stehen nun knapp 50 Empfehlungen, drei Modelle zur zukünftigen Ausgestaltung des Wehrdienstes sowie an die 40 Vorschläge für begleitende Anreizsysteme.

Alle drei von der Kommission ausgearbeiteten Modelle sehen laut APA-Informationen insgesamt eine längere Dauer vor. Die Kommission selbst lasse dabei in dem Bericht dem Vernehmen nach eine Präferenz für zwei der drei Varianten erkennen, die in mehreren Hinsichten dem bisherigen österreichischen Wehrsystem ähneln.

Drei Modelle

Bei der ersten Variante (Acht Monate plus 60 Tage) soll ein achtmonatiger Grundwehrdienst und anschließend Milizübungen in der Dauer von insgesamt zwei Monaten vorgesehen sein. Beim zweiten Modell (Sechs Monate plus 60 Tage plus weitere 40 Tage Milizübungen) dürfte geplant sein, den Grundwehrdienst in seiner bestehenden Dauer unverändert zu lassen. Die für die volle Einsatzbereitschaft der Rekruten notwendige Truppenausbildung soll dann innerhalb von 18 Monaten nach dem Grundwehrdienst in Form einer zweimonatigen Milizübung folgen. Zudem seien hierbei weitere Milizübungen mit einer Dauer von insgesamt 40 Tagen vorgesehen.

Die dritte, erarbeitete Variante soll an das „Schweizer Modell“ angelehnt sein. Sie sehe einen viermonatigen Grundwehrdienst vor. Danach erfolgen verpflichtend 140 Tage Milizübungen. Dieses Modell dürfte aber selbst von der Kommission nicht favorisiert werden, da es wohl nur mit einer Systemänderung einhergehen könnte.

Zivildienst-Ausweitung auf zwölf Monate

Fix dürfte aus Sicht der Kommission sein, dass der Zivildienst bei einer Änderung des Wehrdienstes ebenfalls verlängert werden müsse. Die Empfehlung soll bei allen drei Varianten auf eine Ausweitung auf zwölf Monate hinauslaufen. Auch soll vorgesehen sein, dass Zivildiener für den Krisenfall einen sogenannten „Bereitstellungsschein“ zu geplanten Aufgaben der Zivilen Landesverteidigung erhalten.

Auch, was die zeitliche Komponente angeht, soll die Kommission auf die Tube drücken, empfiehlt sie dem Vernehmen nach doch die ehestmögliche gesetzliche Wiedereinsetzung von verpflichtenden Milizübungen. Die Verlängerung der Dauer des Wehrdienstes und des Wehrersatzdienstes soll bereits mit Anfang kommenden Jahres erfolgen.

APA

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