Verbotene Pestizide in Bananen: Risiko für Gesundheit und Umwelt

Der Großteil der weltweit gehandelten Bananen stammt von Konzernen wie Dole, Del Monte oder Chiquita, die fast ausschließlich die Sorte Cavendish anbauen. Diese Pflanzen sind genetisch identisch, wachsen in riesigen Monokulturen und sind anfällig für Krankheiten. Um Ernteverluste zu verhindern, setzen die Produzenten in Ländern wie Ecuador massiv auf Pestizide.
Rai3 zeigte in der Dokumentation, wie Kleinflugzeuge fungizide Sprühnebel über die Plantagen abwerfen – der Wirkstoff Mancozeb, in der EU seit 2020 verboten, ist hormonell wirksam, fortpflanzungsgefährdend und giftig für Ökosysteme. Die Bananenarbeiter berichten von Hautreizungen, Atemproblemen und Übelkeit, bei Kindern und Anwohnerinnen treten gehäuft Lernschwächen und Schilddrüsenprobleme auf. Zum Schutz vor Schädlingen werden die Früchte in Plastiksäcken mit Insektiziden wie Bifenthrin gehüllt, und nach der Ernte werden Bananen oft ohne Handschuhe mit Alaun behandelt, um Schimmel auf langen Transporten zu verhindern.
Rückstände auch im Fruchtfleisch
Laboranalysen von acht Bananenproben aus italienischen Supermärkten bestätigen: Die Pestizide sind nicht nur auf der Schale, sondern auch im Fruchtfleisch nachweisbar. Insgesamt wurden zehn verschiedene Wirkstoffe gefunden, darunter vier, die in der EU verboten sind: Bifenthrin, Chlorpyrifos, Fenpropimorph und Myclobutanil. Zwar lagen die Konzentrationen unter den gesetzlichen Höchstwerten, doch die systemische Wirkung der Substanzen bleibt problematisch.
Bereits frühere Untersuchungen des CVUA Stuttgart und des Verbraucherschutzmagazins Il Salvagente bestätigten Mehrfachrückstände in allen getesteten konventionellen Proben, während Bio-Bananen meist frei von Pestiziden blieben.
Kritik an der EU-Politik
Die deutsche Verbraucherschutzorganisation foodwatch kritisiert die Doppelstandards der EU: „Verbotene Pestizide werden weiterhin exportiert und landen über importierte Lebensmittel auch auf europäischen Tellern.“ Foodwatch fordert ein Importverbot für Produkte, die mit solchen Chemikalien behandelt wurden. Die aktuellen Vorhaben der EU-Kommission, darunter das Lebens- und Futtermittelsicherheits-Omnibuspaket, sehen jedoch längere Laufzeiten und niedrigere Hürden für Notfallzulassungen gefährlicher Pestizide vor.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher bleibt daher klar: Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte Bananen aus biologischer oder öko-fairer Produktion bevorzugen, denn dort sind chemisch-synthetische Pestizide verboten.






