von Alexander Wurzer 17.01.2026 12:30 Uhr

Make Knödel Great Again

Stell dir vor, Trump schaut auf die Landkarte, erinnert sich an die Grönland-Debatte und denkt sich: Wenn man schon einmal laut darüber nachdenkt, sich irgendwo „einzukaufen“, warum nicht dort, wo Berge, Betriebe und Brettljause sowieso schon Weltklasse sind? Genau aus diesem Nachrichten-Echo heraus taucht in Stammtischgesprächen immer öfter die Pointe auf: Was wäre, wenn er auch Südtirol „schnappen“ wollte – rein hypothetisch, als launiger Gedankensalto zwischen Weltnachrichten und Wanderurlaub?

US-Präsident Donald Trump würde sich nicht nur in Südtirols Landschaft, sondern auch in Südtirols Küche verlieben

Warum ausgerechnet Südtirol?

Südtirol ist die Art von Ort, die sich Amerika sofort merkt: Dolomiten wie aus einem Monumentalfilm, Dörfer wie aus einem Urlaubskatalog und eine Küche, die sogar skeptische Kalorienzähler weichklopft. Dazu kommt: Es werden spürbar mehr amerikanische Urlauber. Man hört sie auf der Seceda, sieht sie staunend vor dem Pragser Wildsee, und spätestens beim ersten Teller Knödel oder Schlutzkrapfen ist klar: Die sind nicht nur da, um zu fotografieren. Die sind da, um sich zu verlieben.

Trump würde es so sagen: groß, lauter, am größten

In diesem Gedankenexperiment kommt Trump nicht mit Staatsrecht, sondern mit Superlativen. Er steht vor den Dolomiten, schaut einmal hoch, einmal ins Tal, und sagt in dieses berühmte, selbstsichere Mikrofon-Gefühl hinein:

„Das sind die besten Berge der Welt. Die besten. Niemand hat so Berge. Glaubt mir.“

Dann ein klassischer Nachsatz, der jede Diskussion beendet, bevor sie beginnt:

„Viele Leute sagen mir das. Sehr kluge Leute. Sie sagen: Herr Trump, so etwas haben wir noch nie gesehen.“

Und sobald das Essen kommt, wird es endgültig „historisch“:

„Diese Knödel sind gigantisch. Unglaublich. Das ist Spitzenklasse. Weltklasse. Niemand macht das so. Niemand.“

Natürlich folgt sofort der Deal-Teil, auch wenn niemand danach gefragt hat:

„Wir machen einen Deal, so gut, dass alle staunen werden. Ein riesiger Deal. Der beste Deal.“

Die eigentliche Pointe: Südtirol exportiert Leistung

Wenn man das Gedankenspiel positiv dreht, ist es kein „Übernommenwerden“, sondern eine Art Leistungsexport. Nicht „wir passen uns an“, sondern „wir zeigen, wie man es macht“. Südtirol ist nicht wegen Gemütlichkeit stark, sondern wegen Disziplin, Handwerk, Unternehmergeist und dem berühmten Zug, Dinge wirklich fertig zu bringen.

Und genau das wäre in diesem Gedankenspiel der Witz: Amerika bekommt nicht nur Berge und Kulisse. Amerika bekommt ein Land, das funktioniert, weil die Leute anpacken. Weil man früh aufsteht, sauber arbeitet, zuverlässig liefert und nicht bei jedem Problem zuerst nach Ausreden sucht.

Und das ist der Charme an der Fantasie: In diesem Szenario würde niemand Südtirol „umerziehen“ und alte Wunden aufreißen, die seit der Annektion Südtirols durch Italien immer noch nicht verheilt sind. Im Gegenteil. Amerika würde sich staunend umsehen und sagen: Zeigt uns, wie ihr das macht.

Knödel als Symbol für Können

Knödel sind hier nicht Folklore, sondern Symbol. Ein Knödel ist kein Zufallsprodukt. Der gelingt nicht mit großem Gerede, sondern mit Können: richtige Konsistenz, gutes Brot, einheimischer Speck, saubere Handgriffe, Timing. Wer Knödel kann, kann auch Prozesse. Wer eine Küche im Griff hat, hat meistens auch den Betrieb im Griff.

In der Logik dieses Gedankenspiels wäre das die schönste Pointe: Südtirol überzeugt nicht mit Sprüchen, sondern mit Ergebnis. Und das schmeckt man.

Was Südtirol Amerika beibringen könnte

Erstens: Qualität ist ein System, kein Zufall. Gute Arbeit ist nicht der Glückstreffer eines Tages, sondern die Summe aus Standards, Erfahrung und Stolz auf das, was man abliefert.

Zweitens: Handwerk ist Hightech mit Geschichte. In Südtirol wirkt vieles traditionell, ist aber oft hochprofessionell organisiert. Man sieht Holz, Stein, Landwirtschaft, Tourismus – und dahinter steckt Betriebsführung, Planung, Präzision.

Kein lähmendes Echo aus dem Süden

In diesem Szenario wäre der positive Nebeneffekt, dass man manche Dinge einfach machen dürfte, ohne dass gleich ein Echo aus Rom zurückkommt. Nicht als Drama, eher als leises Aufatmen: weniger nationale Symbolnummern, weniger „Das war schon immer so“, weniger der Reflex, alles zuerst in eine italienische Schablone zu pressen. Südtirol würde das tun, was es ohnehin tut: anpacken, liefern, fertig machen – nur mit weniger Nebengeräusch.

Der Deal, den sogar Trump unterschreiben würde

Trump liebt Deals. Südtirol liebt klare Regeln und messbare Resultate. Also könnte man sich auf das Einzige einigen, das wirklich Sinn ergibt: Amerika bekommt mehr Südtirol – als Urlaubsland, als Inspiration, als Erfolgsrezept. Südtirol bekommt mehr Wertschätzung für die eigene Art, Dinge zu machen. Keine Fahnenwechsel, keine großen Gesten – eine symbiotische Beziehung: Wir liefern Können, ihr liefert Begeisterung.

Und Trump würde es natürlich so zusammenfassen:

„Südtirol ist ein Gewinner. Ein echter Gewinner. Und wir mögen Gewinner.“

Die Dolomiten als Bühne – die Arbeit ist der Inhalt

Die Berge sind die Kulisse, klar. Aber das, was Südtirol trägt, ist nicht die Postkarte, sondern die Leistung dahinter: Betriebe, Bauernhöfe, Hotellerie, Handwerk, Familienarbeit, Innovationskraft. Das ist der Kern, den man in diesem Gedankenspiel feiern kann: Nicht „wie schön“, sondern „wie gut gemacht“.

Ende gut, alles Knödel

Der Witz an der ganzen Geschichte ist nicht, dass Südtirol „weg“ wäre. Der Witz ist, dass Südtirol plötzlich als Maßstab auftaucht. Als Land, das zeigt, dass Identität und Erfolg zusammengehen können, wenn man Arbeit ernst nimmt und Qualität lebt.

Und am Ende bleibt es ein Stammtisch-Witz mit erstaunlich guter Aussicht: Trump fährt wieder ab, Südtirol bleibt Südtirol – und irgendwo in Amerika bestellt jemand zum ersten Mal freiwillig einen Knödel.

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