Markus Lanz von ehemaligem Bild-Chef bloßgestellt

Wie es dazu kam
Ausgangspunkt ist eine Sendung, in der Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) über den Umgang mit Medien und sozialen Netzwerken sprach. In der Runde stellte Markus Lanz kritische Nachfragen, wie bestimmte Forderungen mit der Meinungsfreiheit vereinbar seien. Der Eindruck vieler Zuschauer: Es ging um mögliche Verbote oder Einschränkungen – in erster Linie gegenüber kritischen Medien wie dem Portal NIUS.
In einer späteren Folgesendung änderte Lanz jedoch plötzlich seine Darstellung deutlich. Dort erklärte er, man habe „nie über NIUS gesprochen“, Günther habe lediglich ein mögliches Vorgehen gegen Social-Media-Plattformen gemeint. Alle gegenteiligen Behauptungen seien unzutreffend. Genau hier setzte Julian Reichelt am Freitag an. Er machte öffentlich, dass Lanz ihn weniger als 24 Stunden nach der ursprünglichen Sendung persönlich angerufen habe.
In diesem langen Telefonat habe Lanz laut Reichelt sein Entsetzen über Günthers Aussagen geschildert und ausdrücklich bestätigt, dass seine kritischen Fragen in der Sendung auf NIUS und auf mögliche Einschränkungen freier Medien bezogen gewesen seien.
Lanz unter Druck gesetzt?
Damit stehen zwei Versionen nebeneinander: die spätere öffentliche Erklärung von Markus Lanz, es sei ausschließlich um Social Media gegangen, und seine zuvor geäußerte Einschätzung, wonach es sehr wohl um ein konkretes Medium und um Grundfragen der Pressefreiheit ging.
Durch die Veröffentlichung dieses Telefonats wirkt es nun so, als habe Julian Reichelt den Moderator bei einer nachträglichen Umdeutung der eigenen Aussagen überführt. Gut möglich, dass politischer Druck auf Lanz ausgeübt worden ist – der ihn dazu gezwungen hat.
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