von ih 15.01.2026 16:20 Uhr

Maßarbeit im Aufbruch: Südtirols Maßschneiderei positioniert sich neu

Es gibt Handwerke, die keine großen Gesten brauchen, um Wirkung zu entfalten. Die Maßschneiderei gehört dazu. Sie steht für Qualität, Persönlichkeit und ein anderes Verständnis von Kleidung. Mit einer neuen Imagekampagne setzt die Berufsgruppe der Maßschneider im lvh im Jahr 2026 ein deutliches Zeichen und rückt ihr Handwerk in den Mittelpunkt einer aktuellen Debatte über Individualität, Nachhaltigkeit und Wertschätzung.

Im Bild (von links): Obfrau Melanie Trafojer im Beratungsgespräch – Foto © VideoMetrixs

„Während Massenmode schneller rotiert als je zuvor, wächst der Wunsch vieler Menschen nach etwas, das bleibt. Nach Kleidung, die passt – nicht nur körperlich, sondern auch kulturell und emotional“, betont Obfrau Melanie Trafojer. Die Kampagne will zeigen, dass Maßarbeit mehr ist als ein Nischenprodukt: Sie ist eine bewusste Alternative zu Schnelllebigkeit und Wegwerfmentalität.

Im Zentrum stehen drei Werte, die das Selbstverständnis der Maßschneider prägen: Qualität, Individualität und Wohlbefinden. Qualität meint dabei nicht ein bloßes Schlagwort, sondern präzise Schnitte, ausgewählte Materialien und fundierte Ausbildung. Maßarbeit ist nicht am Etikett erkennbar, sondern an der Wirkung – an der Passform, am Tragegefühl und an der Ausstrahlung.

Individualität stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Kleidung, die sich anpasst, statt den Körper in vorgegebene Formen zu zwingen, wird zum Gegenentwurf zur industriellen Massenproduktion und leistet zugleich einen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Wohlbefinden wiederum entsteht im persönlichen Kontakt im Atelier: im Gespräch, in der Beratung, im Vertrauen zwischen Kunde und Handwerker. Dieses Zusammenspiel wird Teil des Produkts und macht den besonderen Wert maßgeschneiderter Kleidung aus.

Die Kampagne arbeitet mit starken Bildern, kurzen Videoclips und klaren Botschaften. Gezeigt werden Ateliers, handwerkliche Details, Stoffe, Formen – und vor allem die Menschen hinter dem Handwerk. Nicht nostalgisch, sondern selbstbewusst modern, nicht elitär, sondern offen für alle, die auf Langlebigkeit und Qualität setzen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Blick nach vorn. Am 24. Januar treffen sich die Maßschneider im lvh zur Jahresversammlung im Haus des Handwerks in Bozen. Dort soll die Kampagne nicht nur präsentiert, sondern auch inhaltlich vertieft werden. Fragen nach der künftigen Positionierung, nach der Bedeutung von Beratung und Individualität im Wettbewerb stehen ebenso im Raum wie die zentrale Überlegung: Wie lässt sich das eigene Handwerk zeitgemäß erzählen?

Denn eines ist klar: Ein Beruf wird stark, wenn er sichtbar wird. Und sichtbar wird er, wenn Menschen ihn mit Überzeugung und Haltung vertreten. Die neue Kampagne der Südtiroler Maßschneider will genau dazu beitragen.

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