Cortina zeigt Flagge: Ladiner fordern Respekt und Mitbestimmung

Laut Corriere del Veneto ist der zentrale Vorwurf nicht sportlich, sondern politisch-kulturell: Die ladinische Minderheit sei von den olympischen Entscheidungsträgern schlicht nicht eingebunden worden. Selbst bei naheliegenden, respektvollen Anlässen – etwa Siegerehrungen in traditionellen Trachten – habe es keine Einbindung gegeben. Genau das treibt viele zur Fahnenaktion: nicht als Folklore, sondern als Ansage.
Il Nord Est: Harte Abrechnung mit dem Olympia-Erbe
Wie il Nord Est schreibt, ist die Fahne zugleich Protest gegen ein Vorgehen „von oben“, das Cortina und das Tal mit Baustellen und Eingriffen überzogen habe, ohne die Bevölkerung ernsthaft zu fragen. Der Ton ist deutlich: Man habe ein Großereignis über eine gewachsene Kulturlandschaft gestülpt – und die Folgen würden bleiben, lange nachdem die Kameras abgebaut sind.
Richtung Südtirol: Referendum wieder auf den Tisch
Il Nord Est hebt zudem den politischen Sprengsatz hervor: Zardini kündige an, das Verfahren zur Trennung von Venetien wieder aufzunehmen – mit dem Ziel, nach Südtirol zurückzukehren. Das sei, so wird sie dort zitiert, keine Drohung, sondern die Konsequenz aus einem aus ihrer Sicht klaren Willen, der nur „ausgesetzt“ worden sei.
Was jetzt sichtbar wird
Unterm Strich ist die Fahnenaktion mehr als Symbolik. Sie ist die öffentliche Antwort einer Minderheit, die nicht länger übergangen werden will: keine Olympia-Dekoration, keine bequeme Postkarten-Identität – sondern Respekt, Mitentscheidung und Anerkennung. In Cortina hängt die Botschaft jetzt an den Häusern.






