Trotz Nein im Landtag: Drug Checking soll in Südtirol eingeführt werden

Zunehmende Drogenproblematik als Auslöser
Ausgangspunkt der Diskussion war die zunehmende Verbreitung synthetischer Drogen sowie die steigende Zahl von Menschen, die in Südtirol von Suchthilfediensten betreut werden. Die Grünen hatten ein strukturiertes und kostenloses Angebot gefordert, bei dem Substanzen anonym analysiert werden können. Ergänzt werden sollte dieses durch fachliche Beratung zu Risiken, Dosierung und Inhaltsstoffen sowie durch ein Frühwarnsystem für besonders gefährliche Stoffe.
In der Debatte im Südtiroler Landtag erkannten mehrere Abgeordnete den präventiven Wert des Drug Checkings an. Es fördere nicht den Drogenkonsum, so der Tenor, könne aber Risiken senken und Leben retten.
Politische Zusage trotz Ablehnung
„Die Ablehnung des Antrags ändert nichts am politischen Ergebnis dieser Diskussion“, betont Zeno Oberkofler, Erstunterzeichner des Beschlussantrags. Die Zusage des Landesrates sei klar: Drug Checking werde in Südtirol in absehbarer Zeit umgesetzt. Die Auseinandersetzung habe gezeigt, dass das Problembewusstsein vorhanden sei und weiter wachse.
Auch die Grünen-Fraktion kündigt an, das Thema weiter eng zu begleiten. Drogen und die damit verbundenen Problematiken müssten auf der politischen Agenda bleiben, heißt es. Die zeitnahe Einführung von Drug Checking solle als zentrales Instrument der öffentlichen Gesundheitsvorsorge vorangetrieben werden.






