„Eineinhalb Stunden Verspätung – das kann nicht mehr normal sein“

Verspätungen sind die Regel
Viele Schüler aus dem Unterland sind täglich auf die Zugverbindungen angewiesen, um rechtzeitig in die Schulen nach Bozen zu gelangen.
Gerade in den Morgenstunden komme es jedoch regelmäßig zu erheblichen Verspätungen und teilweise sogar zu Zugausfällen. Wie die betroffene Mutter eines Schüler gegenüber UT24 berichtet seien Verspätungen von 20 bis 30 Minuten beinahe schon die Regel, in Einzelfällen habe es zuletzt sogar Verzögerungen von bis zu eineinhalb Stunden gegeben.
Diese Unzuverlässigkeit habe direkte Auswirkungen auf den Schulalltag mehrere Kinder. Unterricht gehe verloren, Prüfungen und Erklärungen würden verpasst, der Stoff müsse nachgeholt werden. „Eineinhalb Stunden Schulstoff, das muss man erst einmal aufholen. Und es geht ja nicht nur um ein einzelnes Kind, sondern um viele, die täglich mit dem Zug fahren“, berichtet die Mutter im Gespräch mit UT24.
Zugprobleme sind den Schulen bekannt
Auch die Schulen selbst seien mit der Situation konfrontiert. Lehrer und Direktoren zeigten zwar Verständnis und entschuldigten die verspäteten Schüler, hätten jedoch kaum Möglichkeiten, auf die Ursachen Einfluss zu nehmen. Bereits zu Schulbeginn sei Eltern offen mitgeteilt worden, dass es auf der Bahnlinie seit längerer Zeit strukturelle Probleme gebe.
Besonders problematisch sei die Lage am Vormittag auf den Strecken, die aus verschiedenen Richtungen in Bozen zusammenlaufen. Verspätungen von Zügen aus dem Süden oder aus dem Norden würden sich gegenseitig aufschaukeln, da auf eingleisigen Abschnitten gewartet werden müsse, bis Gegenzüge passieren. „Wenn ein Zug Verspätung hat, bleibt der andere stehen – und dann zieht sich alles weiter“, so die Erklärung, die die Mutter auch von Mitarbeitern von Südtirol-Mobil erhalten habe.
Hinzu kämen immer wieder Situationen, in denen Züge auf freier Strecke anhalten oder Verbindungen ganz ausfallen, ohne dass die Fahrgäste ausreichend informiert würden. Für Schüler und Eltern bedeute das Unsicherheit, Zeitverlust und organisatorische Probleme im Alltag. Mehrere Anfragen bei Hotlines und zuständigen Stellen hätten zwar Verständnis, aber kaum konkrete Lösungen gebracht. Einzelne Mitarbeiter hätten zwar mögliche Maßnahmen wie Sammelbeschwerden oder alternative Transportlösungen angesprochen, letztlich fehle jedoch eine nachhaltige strukturelle Verbesserung.
„Öffentliches Verkehrsmittel muss zuverlässig funktionieren“
Die betroffene Mutter hofft nun, dass durch öffentlichen Druck endlich was geschieht. „Wir sind alle berufstätig und müssen Arbeit und Kinder unter einen Hut bringen.
Ein öffentliches Verkehrsmittel, das täglich von so vielen Schülern und Pendlern genutzt wird, muss vor allem in der Früh zuverlässig funktionieren“, betont sie gegenüber UT24.





