von mmh 14.01.2026 12:58 Uhr

Bessere Versorgung vor Ort: Pilotprojekt für Diabetespatienten startet

Rund 70.000 Menschen in Tirol sind schätzungsweise von Diabetes mellitus Typ 2 betroffen. Damit zählt die Erkrankung zu den größten gesundheitlichen Herausforderungen der Gegenwart, betont Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele. Mit einem neuen Pilotprojekt im Bezirk Kufstein und dem aktuellen Jahresbericht des Diabetesregister Tirol setzt das Land gezielt Maßnahmen zur Verbesserung von Vorsorge, Behandlung und Betreuung.

Foto: APA

Pilotprojekt für wohnortnahe Versorgung

Ab Jänner 2026 startet über das Landesinstitut für Integrierte Versorgung Tirol ein in Österreich einzigartiges Pilotprojekt zur integrierten Diabetesversorgung. Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 werden über Haus- und Fachärzte sowie die Diabetesambulanz des BKH Kufstein in ein neues Versorgungsnetzwerk aufgenommen. Dieses umfasst medizinische Betreuung, Diabetes- und Ernährungsberatung, Gruppenschulungen sowie telemedizinische Folgeberatungen. Die zweijährige Laufzeit wird mit rund 400.000 Euro finanziert, getragen je zur Hälfte von Sozialversicherung und Land Tirol. Koordiniert wird das Projekt über die Koordinationsstelle Diabetes mit Koordinatorin Agnes Loidl.

Ziel ist eine frühzeitige, wohnortnahe Betreuung, um Langzeitfolgen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle oder Gefäßerkrankungen zu vermeiden. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen später auf weitere Bezirke ausgeweitet und in ein dauerhaftes Versorgungsprogramm überführt werden.

Diabetesregister liefert Entscheidungsgrundlage

Mit dem neuen Jahresbericht 2024 unterstreicht das Diabetesregister Tirol seine zentrale Rolle. Das seit 2006 bestehende Register umfasst Daten von rund 33.000 erwachsenen Patienten und ist österreichweit einzigartig. Herausgegeben wird es jährlich vom IET – Institut für klinische Epidemiologie.

Für 2024 meldeten zwölf Tiroler Krankenhausabteilungen und internistische Praxen knapp 5.400 Patienten, rund zwei Drittel davon mit Diabetes mellitus Typ 2. Die Daten zeigen: Neben genetischer Vorbelastung spielen beeinflussbare Faktoren wie Ernährung und Bewegung eine entscheidende Rolle. Laut Hagele ist eine datenbasierte Versorgung unverzichtbar, um bestehende Angebote gezielt weiterzuentwickeln und Versorgungslücken zu schließen.

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite